Kroatisches Holz für Bioenergie Pongau?

Um die Hackschnitzellieferungen für das Heizwerke der Bioenergie Pongau in Schwarzach ist ein Streit entbrannt: Er sehe tschechische und kroatische Liefer-Lkws, sagt ein Holzhändler. Diese brächten Holz aus Kärnten, sagt das Management.

Der Holzhändler Anton Pronebner aus St. Veit im Pongau lieferte bis zum Jahr 2010 viele Tonnen Hackschnitzel in das Heizwerk Schwarzach. Dann kündigte die Bioenergie Pongau den Liefervertrag.

Im Oktober 2011 änderten sich bei der Bioenergie Pongau die Besitzverhältnisse, neue Manager kamen. Und Beobachter stellten fest, dass Lkw mit ausländischen Kennzeichen begannen, Hackgut nach Schwarzach zu bringen: „Mich haben eigentlich die Bewohner angesprochen, weil ich nicht zuliefere oder nicht mehr zuliefern kann“, schildert Holzhändler Pronebner. „Da hab ich dann gesagt: ’Ich weiß nicht, weil die führen von Kroatien und der Tschechei Material her, was die Umwelt belastet.“

Bioenergie: 75 Prozent aus der Region, 25 aus Kärnten

„Es ist so, dass wir den überwiegenden Teil unserer Biomasse aus der Region beziehen - 75 Prozent kommen aus der Region“, betont dagegen Bioenergie-Geschäftsführer Gerhard Joiser. „Wir beziehen 25 Prozent aus dem Kärntner Nahraum - und die liefern mit ausländischen Frächtern. In der heutigen Frächterbranche ist es so, dass das Kennzeichen nicht mehr sehr viel aussagt.“

„Früher sind sie in der Nacht nach Bischofshofen und Schwarzach hergefahren - aber seit heuer fahren sie auch am Tag her“, sagt dagegen Pronebner. „Das habe ich mitbekommen, weil ich unmittelbar in der Nähe bin. Da hat einer gesagt: Er fährt zwölf Stunden her - und die Rückfahrt ist auch so.“

Lkw liefern Hackschnitzel

ORF/Pronebner

„Lieferanten und Biomasse aus Kärnten“

„Das kann nicht stimmen - laut unseren Lieferanten. Unsere Lieferanten sind aus Kärnten - und diese Biomasse ist aus Kärnten“, beharrt dagegen Joiser.

Der Bioenergie-Geschäftsführer macht Holzhändler Pronebner gleichtzeitig ein Angebot: „Es hat damals vor zwei Jahren Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Herrn Pronebner und der SWH gegeben. Aus dem Grund wurde keine Lieferungen mehr angenommen. Das Management der Bioenergie Pongau hat sich verändert - das heißt, wir sehen die Sache anders. Der Herr Pronebner kann gerne wieder auf uns zukommen. Wenn Qualität und Preis passen, kann er gerne wieder liefern.“

Verhandeln über Fernwärme-Preiserhöhung

Wie es mit der Bioenergie Pongau weitergeht, interessiert auch viele Bewohner in Schwarzach, St. Veit, Bischofshofen und St. Johann. Die Preise für die Fernwärme werden nämlich steigen - in welchem Ausmaß, darüber wird in den nächsten Wochen und Monaten verhandelt.

Links: