Interesse für Ganztagsschule steigt

In Salzburg steigt die Nachfrage nach der Ganztagsschule. Das bestätigt Wolfgang Neubacher, Landesschulrats-Vizepräsident und Obmann der Vereins Freizeitbetreuung in Salzburg. Er organisiert die schulische Nachmittagsbetreuung von über 2.000 Schülern im Bundesland.

Neben der klassischen Nachmittagsbetreuung liegen Klassen mit Ganztags-Unterricht und flexibler Aufteilung zwischen Lernen und Freizeit zunehmend im Trend, sagt Neubacher. An zehn Salzburger Pflichtschulen wird dieser Ganztags-Unterricht unter dem Namen verschränkte Schulform bereits angeboten, ebenso wie seit neuem im Gymnasium Seekirchen.

„Eine sinnvolle Entwicklung“

Das sei eine sinnvolle Entwicklung, sagt - ganz gegen die allgemeine Meinung seiner Partei, der ÖVP - Landesschulrats-Vizepräsident Wolfgang Neubacher.

„Betreuungsgruppe und Unterrichtsklasse ident“

„Hier haben wir den großen Vorteil, dass die Betreuungsgruppe und die Unterrichtsklasse eigentlich ident sind und wir über die Woche hinweg eine konstante Gruppe haben. Dadurch können wir auch ein ganz anderes Freizeitprogramm bieten. Das alles hat wiederum Rückwirkungen auf den Unterricht und das Sozialgefüge. Es wird gemeinsam Mittag gegessen und es kann auch am Vormittag schon ein Freizeitblock sein. Die strikte Trennung zwischen Unterrichts- und Freizeitblock ist damit aufgeweicht und die beiden Bereiche können verschränkt werden.“

Er vertrete in der Frage der Nachmittagsbetreuung nicht die strikte politische Position seiner Partei, ergänzt Neubacher.

„Es geht primär um die Schülerinnen und Schüler“

„Hier geht es primär um die Sichtweise der Schülerinnen und Schüler und die Betreuung der Kinder. Der Trend hin zur verschränkten Form ist pädagogisch wünschenswert, weil dadurch eine andere Unterrichtskultur und eine andere Sichtweise der Schule entstehen kann. Ich würde es aber ablehnend, das verpflichtend für alle Schülerinnen und Schüler umsetzen zu müssen und zu wollen. Es soll ein gut ausgebautes System geben, aber es soll für Eltern und Schüler freiwillig sein. Würde ich selbst für fünf Tage eine Betreuung für einen Schüler brauchen, so würde ich die verschränkte Form nehmen, weil hier das Kind anders betreut werden kann. Man kommt dann nach Hause und hat wirklich für die Familie Zeit.“

Links: