100 Jahre und kein bisschen müde

Sie ist ein Phänomen: Marianne Kaiser aus Großarl (Pongau) arbeitet mit 100 Jahren noch immer in ihrer Familie mit. Vom Nichtstun hält die rüstige Großarlerin, die zwei Weltkriege und vier Währungsumstellungen überlebt hat, nichts.

Man schreibt das Jahr 1912: Österreich wird noch von einem Kaiser regiert, die Titanic ist gerade im Nordatlantik versunken und in der kleinen Gemeinde Großarl erblickt Marianne Kaiser in diesem Haus das Licht der Welt. Veränderungen hat es in den vergangenen 100 Jahren viele gegeben und Marianne Kaiser hat sie alle miterlebt.

Marianne Kaiser wurde geboren, als Österreich noch von einem Kaiser regiert wurde

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Als Marianne Kaiser im Jahr 1912 zur Welt kam, wurde Österreich noch von einem Kaiser regiert.

„Der zweite Weltkrieg war eine schlimme Zeit“

„Den ersten Weltkrieg habe ich noch als kleines Kind und nicht so bewusst erlebt. Aber die wirklich schlimme Zeit war dann der zweite Weltkrieg. Mein Mann war eingerückt und geriet in Gefangenschaft. Es war ein banges Warten auf seine Rückkehr und eine schwere Zeit.“

Sechs Kinder alleine großgezogen

Marianne Kaisers Mann ist 1945 zwar wieder heimgekehrt, nach seinem frühen Tod hat Marianne Kaiser ihre sechs Kinder aber alleine großgezogen. Mittlerweile hat die „Kaiseroma“ - wie sie liebevoll in Großarl genannt wird - 14 Enkerl, 26 Urenkerl und zwei Ururenkerl. Eines mag die 100-jährige gar nicht: Nichtstun. „Mir macht die Arbeit noch immer Spaß und ein bisschen was muss man tun, denn sonst versumpft man ja“, lacht Marianne Kaiser.

Marianne Kaiser bei der Arbeit in der Küche

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Trotz ihrer 100 Jahre arbeitet Marianne Kaiser noch fleißig in der Küche des Familienbetriebes mit.

Sie bringt die Familienpension noch auf Vordermann

Und so bringt die ehemalige Wirtin die Familienpension oft selbst auf Vordermann und hat auch noch Zeit für die Kinder, freut sich Marianne Kaisers Sohn Willi Kaiser. „Sie arbeitet noch immer gern. Manchmal macht sie halt auch nicht alles richtig. Und wenn man sie rügt, dann kann sie auch ganz schön laut werden.“

Neben ihrer Mitarbeit widmet sich Marianne Kaiser auch dem Familiennachwuchs

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Auch den Kleinsten in der Familie widmet sich die „Kaiseroma“ regelmäßig.

„Nehme zum Waschen nur Wasser und Kernseife“

100 Jahre und kein bisschen müde ... und auch ihrem Gesicht kennt man das Alter nicht an. „Mädchen und junge Frauen haben mich oft gefragt, womit ich mich wasche und pflege. Da habe ich immer geantwortet: Ich nehme nur Wasser - zuerst lauwarmes, dann kaltes und Kernseife.“ Vielleicht ist gerade das Marianne Kaisers Geheimnis.

Marianne Kaiser im ORF-Interview

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100 Jahre, kein bisschen müde und noch voller Humor: Marianne Kaiser.