Bedenken gegen Motorradführerschein mit 16
Die Neuregelung sieht vor: Ausbildungsbeginn ab 15 Jahren und sechs Monaten, die Prüfung mit 16. Danach dürfen Jugendlichen Kleinmotorräder mit 125 Kubikzentimetern Hubraum und bis 11 kW (15 PS) Leistung fahren.
„Da wird herumgebastelt und frisiert“
Das aber wird vielen nicht reichen, befürchtet der Steindorfer (Flachgau) Fahrlehrer Marcel Menhart, „weil die fortgeschrittene Reife in dem Alter noch nicht erreicht ist und es nicht dabei bleiben wird, dass man die Geschwindigkeiten von 80 km/h, die so ein 125-Kubik-Moped schafft, einhält. Da wird nach wie vor wieder herumgebastelt und auffrisiert. Die sagen ‚Jetzt habe ich ein weißes Taferl, jetzt bin ich nicht mehr so im Visier der Polizei und somit unauffälliger, wenn’s schneller geht‘.“
Mehr Unfälle befürchtet
Fahrschullehrer Rainer Seitz aus Eugendorf (Flachgau) ist skeptisch und erwartet schwere Unfälle und Stürze: "Wie sinnvoll das Gesetz ist, werden wir erst merken, wenn wir die Unfallstatistiken sehen - ob mehr oder weniger Unfälle passieren. Unfälle werden wir sicher dadurch nicht verhindern könne
Auch Fahrschulbetreiber wie Franz Zaman aus Seekirchen (Flachgau) haben mit der Ausbildung zum A1-Führerschein keine rechte Freude: „In den Nachbarländern war’s bei der Einführung kein großer Erfolg.“
Die Bedenken bezüglich erhöhter Unfallgefahr, fehlender körperlicher und geistiger Reife und der Verlockung, die Maschinen motorisch aufzufrisieren, teilt auch die Salzburger Verkehrspolizei. Im Vorjahr wurden im Bundesland Salzburg 223 Mädchen und Buben im Alter von 15 und 16 Jahren bei Mopedunfällen verletzt.
Link:
- Motorrad mit 16: Anstieg der Unfälle befürchtet (steiermark.ORF.at, 8.10.2012)
Publiziert am 25.10.2012

