Vorletzter Jazzherbst mit großen Namen

Am Dienstag startet in Salzburg der vorletzte Jazzherbst. Und das Festival bietet auch heuer große Namen: So werden unter anderem Paolo Conte, Gregory Porter, Ute Lemper und Nina Hagen auftreten.

Für Aufsehen hat das „Jazz-Engagement“ von Rock-Ikone Nina Hagen gesorgt. Das ehemalige Enfant terrible der deutschen Punkrockszene ist mittlerweile 57 Jahre alt - und das aktuelle Programm „Personal Jesus“ hört sich deutlich gemäßigter an.

Nina Hagen

Jim Rakete

Nina Hagen präsentiert ihr Programm „Personal Jesus“

Paolo-Conte-Gala bereits ausverkauft

Jazzbariton Gregory Porters Programm heißt „Be good“ und bewegt sich zwischen, Balladen, Club-Sounds und Jazztradition. Deutlich poppiger wird es Patti Austin angehen - diese Sängerin hat mit Musikern wie Sammy Davis Jr., Harry Belafonte, Michael Jackson, Billy Joel, Joe Cocker oder Paul Simon aufgenommen, während Kollegin Nnenna Freelon Jazzstars wie Al Jarreau, Dianne Reeves, Ray Charles, Diana Krall oder Herbie Hancock auf ihrer Referenz-Liste hat.

Die beiden großen Galas im Festspielhaus werden von der deutschen Chansonette Ute Lemper und Italo-Popjazzer Paolo Conte bestritten. Contes Konzert zum Abschluss des 17. Salzburger Jazzherbstes am 4. November ist bereits ausverkauft.

Vorverkauf des Vorjahres erreicht

Auch sonst zeigt sich Jazzherbst-Intendant Johannes Kunz mit dem Kartenverkauf zufrieden: Seit einigen seien 6.000 der 10.000 Tickets verkauft: „Das entspricht dem Vorverkaufsstand des vergangenen Jahres.“

Jazzit neue Spielstätte

Neu in diesem Jahr ist die Spielstätte Jazzit, dieser verdienstvolle kleine Salzburger Klub wird Konzerte von Stanley Jordan und Ambrose Akinmusire abwickeln. Auch die vielen Jazz-Filme über John Coltrane, Sonny Rollins, Nina Simone, Dizzy Gillespie und viele andere werden weiterhin gratis, aber an neuer Spielstätte präsentiert - im Mozartkino in der Salzburger Altstadt.

Alt, aber trotz der heiklen Akustik bewährt ist das Braugewölbe in der Stieglbrauerei - dort werden heuer das Jacky Terrasson Trio, James Blood Ulmer solo, Sängerin Lizz Wright, Thomas Gansch & Georg Breinschmid, Heinz von Hermann, Alegre Correa oder Axel Zwingenberger auftreten.

Gründe für Übersiedlung aufgezählt

Kunz erklärte auch die Übersiedlung des Jazzherbstes nach Grafenegg (NÖ) im Jahr 2014: „Es war eine nüchterne, unsentimentale Entscheidung, und ich verlasse Salzburg ohne Gram. Ich bin und bleibe Salzburg verbunden und dankbar. Hier ist meine Marke ‚Jazzherbst‘ bekannt geworden. Aber die Bedingungen für den Jazzherbst sind in Grafenegg deutlich besser.“

Das seien zum einen die direkten Subventionen: „Ich nenne keine konkrete Summe, aber von der Grafenegg Kulturbetriebsgesellschaft bekomme ich wesentlich mehr Geld als jene rund 150.000 Euro in Salzburg, mit denen ich nicht einmal die Mieten für die Konzertsäle in der Stadt bezahlen konnte“, erläuterte Kunz. Aber das sei noch nicht alles: „Ich muss in Grafenegg keine Miete zahlen, ich werde mit Technik und Marketing unterstützt, und zudem wird das Ticketing für uns erledigt“, so Kunz. Außerdem sei die Nähe zum Großraum Wien ein Vorteil, der mit einem Shuttlebus zum Festival zusätzlich ausgenutzt werden soll.

Von Pröll nicht „abgeworben“

„Abgeworben“ sei er von Niederösterreich Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) nicht worden, ergänzte Kunz: „Aber es wurde schnell sehr klar - Niederösterreich wollte den Jazzherbst und hat uns mit offenen Armen aufgenommen. In Salzburg habe ich den Jazzherbst in insgesamt 18 Jahren groß gemacht. Aber die Finanzierung wurde immer schwieriger und riskanter. Und es macht einfach keine Freude, aus Sicherheitsgründen Jahr für Jahr kleiner werden zu müssen.“

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