Gelähmte Frau am Bett fixiert

Eine querschnittgelähmte Patientin erhebt Vorwürfe gegen die Christian-Doppler-Klinik (CDK) in der Stadt Salzburg. Sie sei dort ohne Grund mehrere Stunden an ein Bett gefesselt worden. Laut Klinik habe es gute Gründe dafür gegeben.

Seit 14 Jahren ist Sabine Mösenbichler querschnittsgelähmt und im Rollstuhl. Immer wieder leidet die Frau auch an psychischen Problemen. Wenn sich diese ankündigen, kommt Sabine Mösenbichler freiwillig in die Christian-Doppler-Klinik.

Dort habe man sie aber vor zwei Monaten völlig unangemessen behandelt, sagt Mösenbichler: „Ich habe mich selber eingewiesen, um in einem geschützten Rahmen zu sein. Ich wurde aus dem Rollstuhl gleich bei der Aufnahme herausgerissen und ans Bett fixiert. Da wird man über den Bauch fixiert und an den Armen und Beinen fixiert. Ich war weder selbst- noch fremdgefährdet. Die Füße waren so angeschwollen - Wasser in den Beinen - die haben da zugeschnürt wie nix.“

Mösenbichler: Leide noch heute an Fesselspuren

Ihre Proteste hätten damals nichts geholfen, berichtet Sabine Mösenbichler. Erst nach Stunden sei sie wieder losgegurtet worden. Und das, obwohl sie querschnittgelämt ist. Noch heute leide sie an den damals erlittenen Fesselspuren. Sie wolle eine Entschuldigung von der Doppler-Klinik.

Primar weist Vorwürfe zurück

Der zuständige Primararzt Christoph Stuppäck weist die Vorwürfe von Sabine Mösenbichler zurück.

Fixieren habe stets gute Gründe: „Das ist nicht nur, wenn jemand sich selbst oder wen anderen gefährdet. Gerade in dieser Situation könnte es theoretisch sein, dass jemand mit den Lähmungen, die die Patientin hat, dass das zu einem Herausstürzen aus dem Bett führt. Und daher war wahrscheinlich auch eine Fixierung nötig. Wir versuchen es immer für die Heilung eines Patienten so kurz und so selten wie möglich zu tun.“ Grundsätzlich sind Fixierungen gesetzlich streng geregelt. Jeder einzelne Fall muss binnen vier Tagen überprüft werden.