Murkraftwerk: Zustimmung und Kritik

Kritik von den Freiheitlichen, Zustimmung von den Grünen - so reagieren die Oppositionsparteien im Landtag auf den Vorstoß von Wilfried Haslauer (ÖVP), das geplante Kraftwerk an der Mur in Ramingstein (Lungau) vorerst auf Eis zu legen.

Der freiheitliche Klubchef Karl Schnell kritisiert, dass seine Partei in das Kraftwerksprojekt in Ramingstein nicht eingebunden worden sei. Zur überraschenden Wende der ÖVP sagt Schnell: „Ich hoffe, dass die ÖVP dabei nicht schwindlig wird, denn nach der Wahl wird es wieder eine Wende geben. Das ganze ist eine reine Wahlkampftaktik, weil es ja schon einen Beschluss im Landtag gibt.“

„Haslauer soll jetzt Nein sagen und dabei bleiben“

„Wenn Haslauer eine ehrliche Politik betreiben will, dann soll er jetzt sagen: Nein, das Kraftwerk kommt nicht - und zwar auch in Zukunft nicht“, fordert Schnell.

Die Grüne Landessprecherin Astrid Rössler glaubt, dass die massiven Proteste von Anrainern und Naturschützern bei ÖVP-Obmann Wilfried Haslauer gewirkt hätten: „Ich begrüße es sehr, dass Haslauer hier einlenkt. Und ich hoffe auch sehr, dass es in erster Linie ökologische Beweggründe sind und nicht wahltaktische.“

Modell Murkraftwerk

ORF

Modell des geplanten Kraftwerks an der Mur.

Geforderter „Masterplan“ fällt in Eisls Bereich

ÖVP-Chef Haslauer hat seine Haltungsänderung unter anderem damit begründet, dass zuerst ein Plan ausgearbeitet werden müsse, wo überhaupt Wasserkraftwerke möglich seien. Dieser Plan fällt in den Zuständigkeitsbereich seines ÖVP-Parteikollegen Sepp Eisl. Der Energielandesrat sagt zur neuen Linie der ÖVP: „Das ist eine abgestimmte und abgesprochene Linie, weil wir im Bereich der Engeriepolitik ganzheitliche Entscheidungen brauchen und nicht nur Detail-Entscheidungen.“

„Ein Konzept zur Wasserkraft, wo künftig welche Kraftwerke entstehen sollen, gibt es derzeit noch nicht. Es gibt sehrwohl eine aufbereitete Entscheidungsvorbereitung, was es brauchen wird um diese Ziele zu erreichen, aber es gibt noch kein Konzept, wo drinnen steht, dass da und dort ein Kraftwerk zu errichten ist“, erklärt Eisl.

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