Almabtrieb von Krimml nach Südtirol
Um 2.00 Uhr Früh marschierten die Treiber am Sonntag mit den letzten 40 Kühen, die sich noch im Krimmler Achental befinden, los in Richtung Ahrntal. Rund neun bis 13 Stunden dauert dieser Marsch für Mensch und Tier. Die Südtiroler Bauern haben schon im 19. Jahrhundert Almen im Oberpinzgau gekauft und lassen bis heute dort im Sommer gut 100 Stück Vieh weiden. Der traditionelle Rückweg ins Winterquartier geht über eine historische Transitstrecke und ist den Bauersleuten sehr wichtig.
„Alle meine Vorfahren haben das gemacht und wir machen das gleich weiter. Jetzt bin ich 70 Jahre und schon seit meiner Kindheit bin ich da immer dabei gewesen“, sagt Franz Obermair aus St. Jakob im Ahrntal. „Zu unserem Hof und zu unserer Alm gehört der Übergang, und der Almabtrieb gehört für uns dazu wie Weihnachten und Ostern“, ergänzt Josef Obermair.
Sechs Stunden Marsch zum Krimmler Tauern
Nach mehr als vier Stunden Gehzeit wird es langsam hell. Auch die fittesten Kühe brauchen dann eine Rast und die Treiber sowieso, die für ein schlichtes „Danke“ beim Almabtrieb helfen. „Mir gefällt das selbst und ich bin zu Hause seit meinem sechsten Lebensjahr immer Almknecht gewesen im Sommer und jetzt bin ich halt da immer dabei. Und an die Anstrengungen gewöhnt man sich recht schnell“, sagt Treiber Julian Maurberger.
Sechs Stunden braucht das Vieh bis zum Krimmler Tauern - es ist mit 2.634 Metern der höchste Punkt des Weges. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird der Weg für den Almauf- und -abtrieb von den Bauern genützt. Von dort geht es dann 1.000 Höhenmeter hinab ins Ahrntal. Die Bauern dort haben eints die Almflächen im Krimmler Achental gekauft, weil sie im Ahrntal zu wenig Almflächen hatten. Seither ist dieser Almabtrieb gelebte Tradition.
„Schlechteres Wetter wäre für Vieh besser“
Heuer verlief er - auch Dank des Wetters - ohne Probleme. „Für’s Vieh ist das schöne Wetter aber gar nicht so gut. Da wäre es besser, wenn es kühler wäre und vielleicht sogar schon etwas Schnee liegen würde. Dann würden sie sich beim Gehen leichter tun“, sagt Josef Obermair. Trotzdem - Vieh und Mensch sind auch dieses Mal alle wohlbehalten nach Hause zurückgekommen.
Publiziert am 13.10.2012

