Familienrichter klagen über Nachwuchsmangel

Salzburgs Familienrichter klagen, dass es zu wenig Nachwuchskräfte gibt. Mit einer kommenden Gesetzesänderung, die die Rechte von Vätern unehelicher Kinder stärkt, werde die Arbeitsbelastung der Familienrichter zusätzlich stark steigen.

Trotz freier Stellen interessieren sich nur wenige junge Juristen für den Job eines Familienrichters. Mehrmals wurde zum Beispiel eine Familienrichterstelle am Bezirksgericht in der Landeshauptstadt ausgeschrieben - kein Interesse.

Schlussendlich musste eine Richterin aus einer anderen Abteilung diesen Posten antreten. Die Arbeitsauslatung der Salzburger Familienrichter beträgt statistisch gesehen mehr als 100 Prozent.

„Bedarf hohem Maß an Empathie“

Und der Job ist grundsätzlich kein Leichter, sagt Familienrichter Thomas Wegleiter: „Es gibt keine Zusatzausbildungen, die auf die besonderen Bedingungen der familienrichterlichen Tätigkeiten abzielen würden. Ich glaube, dass es neben dem Fachwissen in diesem Spezialbereich auch sehr viel Empathie bedarf, um sich in die einzelnen Lebenssituationen der betroffenen Personen hineinfühlen zu können. Wenn man die emotionalen Belastungen nicht will, sollte man nicht Familienrichter werden.“

Steigen wird die Arbeitsbelastung noch weiter mit einer Obsorge-Gesetzesänderung im kommenden Jahr. Dann haben die Väter unehelicher Kinder mehr Rechte, und die Familienrichter befürchten dann einen Ansturm eben dieser Väter.

Link: