Demo gegen Wegwerfen von Lebensmitteln

Mit 230 leeren Mülltonnen haben rund 300 Aktivisten Donnerstagvormittag in der Stadt Salzburg gegen das Wegwerfen von noch genießbaren Lebensmitteln protestiert. Sie zogen vom Hauptbahnhof zur Schranne am Mirabellplatz.

Mit der Demonstration wollte man darauf aufmerksam machen, dass alleine in der Stadt Salzburg pro Jahr 4.300 Tonnen Lebensmittel einfach weggeworfen werden, obwohl sie noch verwendbar wären.

2.300 Teilnehmer klapperten mitten auf der Straße mit den Deckeln der Mülltonnen - ein ziemlich kämpferisches Bild, wie man es etwa von Arbeitskämpfen kennt - dabei geht hier um einen moralischen Appell an die Mitbürger. Lebensmittel sind zu kostbar für die Tonne - das unterschreiben die meisten, aber in der täglichen Praxis sieht anders aus.

Demo Müllverschwendung Lebensmittel

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Pro Tag fast 1.000 Mülltonnen mit Lebensmittel

Das weiß auch einer der Organisatoren der Aktion, Johann Neumayer. Er ist der Umweltreferent der Erzdiözese. „Pro Tag sind es fast 1.000 gefüllte Mülltonnen mit genießbaren Lebensmitteln alleien in der Stadt Salzburg. Damit könnte man zum Beispiel Seekirchen oder St. Johann ernähren“, so Neumayer.

Der Befund ist klar und erschreckend - doch bei der Suche nach den Ursachen wird es richtig kompliziert. „Man kann hier eigentlich keinen Schuldigen ausmachen. Im Grunde hat jeder auf seiner Ebene etwas zu machen. Da kann man zum Beispiel überlegen, in wie weit die Regale immer bis zum Ladenschluss voll sein müssen. Aber dazu braucht es auch wieder das Verständnis der Konsumenten. Und so gebe es auf jeder Ebene Möglichkeiten etwas zu bewirken“, meint Walter Galehr vom Abfallservice Salzburg.

Lebensmittel Müll

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„Milch, Reis, Nüsse - alles noch genießbar“

Die kleine, aber wachsende Zahl an Mülltauchern versucht vor allem vor Märkten Weggeworfenes wieder auf den Tisch zubringen. Sie fördern oft mit stillschweigender Billigung des Handels Erstaunliches zu Tage. „Zum Beispiel 15 Liter Milch, zehn Kilo Bio-Reis, der noch nicht abgelaufen ist, Cashew-Nüsse und und und“, zählt Mülltaucher Erik Schnaitl auf.

„Richtig und bewusst Einkaufen, lieber weniger aber besser“ so lautet der Rat an die Konsumenten. Ein schwieriges Unterfangen in Zeiten weltweit steigender Lebensmittelpreise.

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