„Großer Wurf in Verkehrspolitik fehlt“

Salzburg droht beim Bahnausbau aufs Abstellgleis zu geraten. Das sagen Universitätsexperten, die diese Woche im Landtag eingeladen waren, um diesen bei den „Weichenstellungen für die Zukunft“ zu beraten. In der Verkehrspolitik fehle der „große Wurf“.

Keine Frage - die Salzburger S-Bahn ist ein Erfolg, auch wenn sie im Flachgau bei weitem nicht komplett ist und auch nicht alle Garnituren bis nach Bayern weiterfahren. Der Ausbau reicht aber noch nicht, denn noch immer produziert der Verkehr - vor allem der Auto- und Lkw-Verkehr - beispielsweise 40 Prozent der gesamten Kohlendioxid-Belastung im Land.

Das rechnete bei der Tagung einer der Miterfinder des S-Bahn-Systems vor, Arno Gasteiger, früherer Verkehrsreferent in der SalzburgerLandesregierung. „Die Region braucht ein Verkehrssystem, das die Mobilität sicherstellt, den Flächenverbrauch minimiert, den Energieverbrauch reduziert und darüber hinaus die Lärmbelastung reduziert bzw. bei Neubauten vermeidet“, sagt Gasteiger.

„Das sind keine Dauerlösungen“

Eine solche große Lösung könnten auch nach Meinung von Wissenschaftern die EU-Regio-Bahnen sein. Ihr Netz soll sich über Salzburg und Oberösterreich bis Bayern spannen, schlägt Volkswirtschafter Walter Scherrer vor: „Es braucht einen großen Wurf. Eine Busspur hier oder eine restriktive Zufahrtsregelung ins Zentrum dort, das sind alles Projekte, die für eine gewisse Zeit Entspannung schaffen können, aber das sind keine Dauerlösungen.“

„Man müsste in Dimensionen denken, in denen man zum Beispiel gedacht hat, als man die Tauernautobahn gebaut hat“, meint Scherrer. Straßenbahnen von Braunau bis Schwarzach und von Mühldorf bis Attnang-Puchheim - eine Machbarkeitsstudie dazu wurde mit Hilfe von EU-Geld schon auf den Weg gebracht. Die Stadt Salzburg, eine Schlüsselstelle, sei aber nicht einbezogen worden, wundert sich der Wissenschafter.

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