Kein Atomkraftwerk mängelfrei

Der international bekannte Salzburger Risikoforscher und Physiker Friedrich Steinhäusler zeigt sich von den Ergebnissen der Stresstests für europäische Kernkraftwerke irritiert. Praktisch keines der 64 überprüften Atomkraftwerke war für „mängelfrei“ erklärt worden.

Die Ergebnisse der jahrelangen Stresstests für euopäische Kernkraftwerke irritieren den Salzburger Risikoforscher und Physiker Friedrich Steinhäusler. Er beschäftigt sich seit zwei Jahrzehnten mit Katastrophenforschung, ist ein Befürworter der friedlichen Nutzung von Atomenergie, aber für strenge Sicherheitskontrollen. Er kritisiert, dass die Aufsichtsbehörden jahrelang zu wenig kontrolliert hätten. Dabei sei ohnehin nur das Risiko für Kernkraftwerke durch Erdbeben oder Hochwasser eingeschätzt worden, nicht aber das Risiko durch Terrorismus - dem Spezialgebiet Steinhäulsers. Eine Absicherung dagegen würde seiner Meinung nach aber ohnehin zu teuer kommen.

Prof. Friedrich Steinhäusler

ORF

Bis zu 25 Milliarden Euro Nachrüstkosten

Für Friedrich Steinhäusler bedeutet ein Terroranschlag gegen ein Kernkraftwerk: „Eine Gefahr, die wir im Augenblick noch gar nicht abschätzen können. Hier ist im Rahmen der Stresstests eine Möglichkeit vertan worden, die nur sehr schwer nachzuholen sein wird. Ich habe aber ein gewisses Verständis dafür, denn dann würden wir mit den zwölf bis 25 Milliarden Euro, die jetzt als Nachrüstkosten diskutiert werden, nicht auskommen. Der Betrag wäre noch höher.“