Viele Canyoning-Führer fallen durch

Für zahlreiche Canyoning-Führer wird die berufliche Lage immer schwieriger. Diesen Sommer sind in Salzburg fast 50 Prozent bei der neuerdings vorgeschriebenen staatlichen Prüfung durchgefallen. Bis Ende Oktober läuft nun ein Kurs in Oberitalien, der letzte Chancen bietet.

Die Prüfung zum staatlich geprüften Canyoning-Führer ist schwierig. Mehr als die Hälfte der Kursteilnehmer hat die Prüfung im Sommer nicht bestanden. Sie wollen im Oktober noch einmal antreten.

Canyoning

FOTOLIA/T. Sereda

Das neuerdings vorgeschriebene Zertifikat zum staatlich geprüften Schluchten- oder Canyoning-Führer wird in ganz Europa anerkannt. Wer es besitzt, darf Gäste auch durch schwierige Schluchten in Spanien, Frankreich, Italien oder auf dem Balkan führen. Ab Frühling 2013 dürfen nur noch staatlich geprüfte Schluchtenführer mit Gästen unterwegs sein.

Günter Karnutsch Berg- und Skiführer, Obmann des Salzburger Bergführerverbandes

Salzburger Bergführerverband

Karnutsch

Nur acht von 20 schafften es

Im Land Salzburg gibt es nur zwei Schluchten, die seit vielen Jahren professionell für Touren angeboten werden - die Strubklamm bei Faistenau (Flachgau) und die Almbachklamm im Wiestal bei Hallein (Tennengau).

Diese beiden Schluchten seien im internationalen Vergleich äußerst leicht zu begehen, sagt Günter Karnutsch vom Salzburger Bergführer-Verband. Er leitet die neue staatliche Ausbildung der Canyoning-Führer.

Beim dritten Kurs seiner Salzburger Kandidaten seien heuer die Ergebnisse wieder sehr schlecht gewesen, betont der Berg- und Schluchtenprofi: „Von ursprünglich 20 Kursteilnehmern haben nur acht Personen den Kurs erfolgreich abgeschlossen.“

Reißende Wassermassen in der Zemmschlucht bei der Rettungsaktion

ZOOM Tirol

2013 cirka 60 zertifizierte Canyoningführer

An den letzten drei Wochenenden im Oktober folgt nun der vierte und letzte Kurs. Er wird in einer schwierigen Schlucht in Friaul (Oberitalien) abgehalten, berichtet Karnutsch: „Es ist natürlich auch für einen Laien nachvollziehbar, dass die Ausbildung in Schluchten, die schon im Sommer nicht sehr warm sind, im Spätherbst zu einem schwierigen Unterfangen wird. Auch in Oberitalien wird es nämlich zum Teil saukalt. Das sind nun noch verschärfte Bedingungen.“

Günter Karnutsch vom Salzburger Bergführer-Verband rechnet als Prüfer damit, dass nach Abschluss des vierten Kurses etwa 16 bis 20 weitere Leute zur Prüfung antreten dürfen. Im kommenden Frühling und Sommer dürfte es laut Karnutsch in Salzburg dann bis zu 60 staatlich geprüfte Canyoning-Führer geben. Da sind auch jene mitgezählt, die keine Zusatzkurse mehr machen mussten und schon seit längerer Zeit zertifiziert sind - zum Beispiel im Rahmen der staatlichen Ausbildung zu Berg- und Skiführern. Auch Bergrettungsleute haben die Führer-Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.