Zwei Drittel weniger Medizinstudenten
Mehr als 1.000 junge Salzburgerinnen und Salzburger studierten vor mehr als zehn Jahren Medizin, heute sind es nur noch 350 - ein Rückgang von 60 Prozent. Im selben Zeitraum ist die Zahl der einheimischen Medizinstudenten in ganz Österreich nur um 40 Prozent gesunken.
Der Rückgang ist kontinuierlich, besonders stark jedoch zwischen 2005 und 2006. Da gab es innerhalb eines Jahres plötzlich um 130 Salzburger Medizinstudenten weniger. Erklären lässt sich das durch die von der EU vorgeschriebene Öffnung der österreichischen Unis für Studenten aus dem EU-Ausland. Dabei hat sich innerhalb eines Jahres die Zahl der Medizinstudenten aus Deutschland von 340 auf 980 fast verdreifacht.
„Gewisse Sorge“ um Ärzte-Nachwuchs
Gernot Filipp, der Leiter des Landesstatistischen Dienstes, warnt aber: „Dass die Zahl der Studenten so stark zurückgeht, ist schon mit einer gewissen Sorge zu beobachten. Einerseits hat es eine gewisse Auslese gegeben. Es hat früher sehr viel mehr Drop-Outs gegeben - aber natürlich nicht in dem Ausmaß, wie jetzt die Zahlen zurückgehen. Derzeit ist, glaube ich, noch kein Medizinermangel in größerem Ausmaß gegeben. Aber zukünftig wird es schon - wenn es so bleibt - durch die Altersstruktur der jetzt tätigen Mediziner gewisse Probleme geben.“
Den dramatische Rückgang der Salzburger Medizinstudenten in einem Jahrzehnt lasse sich auch nicht durch die neue Paracelsus Medizinische Privatuni PMU in Salzburg erklären, sagt Landesstatistiker Filipp: Tatsächlich studieren im Augenblick nur 60 Salzburger an der Privaten Medizinuni in Salzburg.
Link:
- Wenig Nachwuchs für Landarztstellen (salzburg.ORF.at, 2.4.2012)
Publiziert am 08.10.2012

