Nobelhotel-Verkauf endet vor Gericht

Der geplatzte Verkauf des ehemaligen Nobelhotels Kobenzl auf dem Gaisberg in der Stadt Salzburg endet jetzt in einem Zivilprozess: Ein deutscher Bauentwickler klagte die Eigentümerfamilie auf rund 250.000 Euro Schadenersatz.

Das seit 2006 zum Verkauf anstehende Hotel hätte nach den Plänen des Projektabwicklers Christian Wendt zu Ostern 2012 wiedereröffnet werden sollen. Doch zwei Investoren sprangen seinen Angaben zufolge in letzter Minute ab. Der erste Kaufvertrag sei gescheitert, weil nicht alle bau- und gewerberechtlichen Genehmigungen vorgelegen seien. Der zweite Investor habe wegen der öffentlichen „Schlammschlacht“ kein Interesse mehr gezeigt, argumentierte Wendt.

In der Zivilklage führte der Projektabwickler aus, dass die getroffenen Zusagen der Beklagten nicht den Tatsachen entsprochen hätten. Zudem sei er von ihnen als Betrüger verleumdet worden, ein Investor habe sich daher zurückgezogen. Wendt machte in der Zivilklage seine Aufwendungen in der Höhe von 233.811 Euro geltend - die Verhandlung wird am 14. Dezember stattfinden.

Hotel Kobenzl auf dem Gaisberg in der Stadt Salzburg

ORF

Das ehemalige Nobelhotel Kobenzl sorgt jetzt für einen Prozess

Gegenseitige Betrugsvorwürfe

Seit einigen Monaten ist auch die Staatsanwaltschaft mit dem Fall Kobenzl befasst. Die beiden Streitparteien werfen einander gegenseitig Betrug vor. Die Ermittlungen sind aber noch nicht abgeschlossen.

Die Vorwürfe der Eigentümerfamilie Herzog: Es habe nie einen Investor gegeben, Wendt habe nie einen Kaufvertrag unterschrieben, er habe auch Firmen für Gartenarbeiten nicht bezahlt. Der Projektabwickler habe eigenen Angaben zufolge einen deutschen Investor an der Hand gehabt, der insgesamt 16 Millionen Euro in die Immobilie anlegen wollte. Am 20. Jänner sei der Kauf aber endgültig geplatzt, nachdem schon am 30. November ein erster Zahlungstermin verstrichen sei.

Der Projektabwickler wiederum warf der Eigentümerfamilie „betrügerische Absichten im Kaufvertrag“ vor. Im Vorvertrag habe es beispielsweise geheißen, dass sämtliche gewerberechtlichen Bewilligungen erteilt seien, tatsächlich habe aber für den Großteil die Betriebsstätten-Genehmigung gefehlt. Er sei auch im Internet wiederholt beleidigt, vernadert und als Betrüger diffamiert worden. Der Investor habe schließlich die Notbremse gezogen und sich vom Kobenzl in Salzburg verabschiedet, sagte Wendt.

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