Verkehr: Immer mehr Demenzkranke tot

Heuer starben bereits 35 Menschen auf Salzburgs Straßen. Ein Drittel war älter als 65. Laut Experten sind immer mehr Demenzkranke betroffen, die nicht als solche erkennbar sind - anders als Betrunkene oder Kinder, die vom Vertrauensgrundsatz ausgenommen.

Der Straßenverkehr hat heuer bereits einen außergewöhnlich hohen Blutzoll gefordert, darin sind sich die Verkehrsexperten einig.

Christian Gratzer vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) sagt, auch wegen der wachsenden Zahl demenzkranker und immer älterer Menschen müsse im Straßenverkehr radikal umgedacht werden.

Tempo zu hoch in Siedlungsbereichen

Im Gegensatz zu Kindern oder Betrunkenen, seien Demenzkranke für Autofahrer von weitem nicht als solche zu erkennen, sagt Gratzer: „Viele Todesopfer waren auch älter als 80. Es zeigt sich insgesamt, dass das Verkehrssystem insgesamt für Ältere nicht mehr verträglich ist.“

Gratzer fordert niedrigere Tempolimits und mehr verkehrsberuhigte Zonen: „Und wir brauchen mehr übersichtliche und barrierefreie Kreuzungen. Damit auch ältere Menschen, die langsamer sind, diese Bereiche sicher benützen können.“

Maßnahmen seien dringend nötig, um den Straßenverkehr - vor allem für Ältere - wieder sicherer zu machen und die Unfallzahlen zu senken, ist Gratzer überzeugt.