Weniger Privatkonkurse ein Alarmzeichen?

Ca. 300 Salzburger mussten 2012 bisher Privatkonkurse anmelden. Ihre Schulden sind ihnen über den Kopf gewachsen. Die Zahl dieser Verfahren sinkt zwar im Vergleich zu 2011. Das sei nicht nur gutes Zeichen, denn immer mehr hätten dennoch große Geldnot, heißt es.

Genau 293 Salzburger mussten heuer schon Privatkonkurs anmelden. Im Vorjahr waren es bis zum Herbst 326 - ein Minus von zehn Prozent und der stärkste Rückgang im Vergleich aller Bundesländer.

Jemand klingelt bei der Schuldnerberatung

dpa/Angelika Warmuth

Weniger Privatkonkurse ein Alarmzeichen?

Was auf den ersten Blick erfreulich ist, löst beim Kreditschutzverband von 1870 (KSV) auch Unruhe aus. Dort heißt es: Dass mittlerweile fünf von neun Bundesländern einen Rückgang bei den Privatkonkursen verzeichnen, das sollte eine wichtige Frage aufwerfen.

Reichen in diesen Bundesländern die Infrastruktur und die Ressourcen zur Schuldnerberatung aus? Offenbar gebe es zu wenig Services dieser Art, heißt es beim KSV.

Weiterhin viele tief in Schuldenfallen

Denn offenbar sei die Zahl jener, die nichts mehr bezahlen können, weiterhin hoch - keine Miete, kein Telefon und keinen Lebensmitteleinkauf. Ein solches Isolvenzverfahren wäre in solchen Fällen ein Weg, die Schulden wieder loszuwerden.

Aber die Zuversicht der Betreffenden scheint zu schwinden, über einen längeren Zeitraum die Rückzahlungen an ihre Geldgeber zu schaffen. In ganz Österreich meldeten heuer bisher rund 7.300 Privatpersonen Zahlungsunfähigkeit an.

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