„Erinnerungslücken“ bei Ex-Umweltanwalt

Am Mittwoch hat sich Ex-Landesumweltanwalt Eberhard Stüber als Kämpfer gegen ein Murkraftwerkwerk im Lungau präsentiert. Doch in seiner aktiven Zeit sei er für das Kraftwerk gewesen - diese „Erinnerungslücken“ kritisiert der Ex-Bürgermeister von Ramingstein.

Johann Bogensberger, bis 2004 Bürgermeister von Ramingstein, versteht nicht, warum Stüber sich jetzt laustark gegen das Kraftwerk engagiere. Denn in den 1980er- und 1990er-Jahren sei er als aktiver Landesumweltanwalt dafür gewesen: „Ich habe einige persönliche Kontakte mit ihm gehabt, wo er immer gesagt hat: Mein Gott, Herr Bürgermeister, ich habe mir alles so genau angeschaut. Es ist ja schön, aber es ist nicht so, dass man da nicht ein Kraftwerk errichten kann und es ist nicht schützenswert und für eine Kraftwerksnutzung durchaus geeignet“, schildert Bogensberger.

Ex-Landesumweltanwalt Eberhard Stüber

ORF

Eberhard Stüber „stellt sich heute als großer Retter hin“

„Damals hat er uns schmählich im Stich gelassen“

Den Ex-Bürgermeister ärgert die Vorgangsweise des Ex-Umweltanwalts: „Heute als großer Retter hinstellen - und damals hat er uns schmählich im Stich gelassen. Diese Erinnerungslücken kann ich ihm so nicht durchgehen lassen.“ Bogensberger persönlich befürwortet heute eine penible Umweltprüfung für eine kleine Kraftwerksvariante, die der Mur genügend Restwasser lasse.

Die umstrittenen Pläne, in der Mur bei Ramingstein ein Kraftwerk zu bauen, befassen Freitagabend neuerlich die Gemeindepolitiker befassen. Die Gemeindevorstehung diskutiert in einer nicht öffentlichen Sitzung die Umplanungen, die der Projetkbetreiber Salzburg AG angekündigt hat.

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