Viel Bewegung auch nach Herzinfarkt wichtig

Nach einem Herzinfarkt, aber auch bei Krebserkrankungen oder Rheuma ist viel Bewegung wichtig. Zu den besten Bewegungsprogrammen nach diesen Erkrankungen müsse aber noch viel geforscht werden, sagten Mediziner beim Sportwissenschafter-Kongress in Hallein-Rif (Tennengau).

Dass Bewegung gesund ist, ist eine Binsenweisheit, für die es allerdings bis vor kurzem keine substanzielle wissenschaftliche Erklärung gab. Im Jahr 2003 fanden Forscher schließlich heraus, dass durch Muskeltätigkeit entzündungshemmende Substanzen im Körper freigesetzt werden.

„Rasche Mobilisierung“ statt wochenlanger Ruhe

Das könnte eine Erklärung für die positive Wirkung von Bewegung nach einem Herzinfarkt sein, sagt Hans Hoppeler vom Institut für Anatomie der Universität Bern. Die Erkenntnis habe inzwischen zu einem totalen Umdenken bei den ärztlichen Empfehlungen nach einem Herzinfarkt geführt: „Wir erinnern uns vielleicht daran, dass man 30 bis 40 Jahren nach einem Herzinfarkt wochenlange absolute Ruhe verordnet bekam, während man heute die Patienten nach einem Herzinfarkt möglichst rasch wieder mobilisiert. Das ist sicher der Bereich in der Medizin, wo die Bewegung am stärksten eingesetzt wird“, sagt Hoppeler.

Aber auch bei Rheuma, Krebserkrankungen oder Depressionen gebe es - so Hoppeler- immer mehr Daten, die darauf hinweisen, dass Bewegung wie eine Medizin wirkt - mehr dazu in Wandern verringert Depressionen (salzburg.ORF.at, 23.8.2012).

„Viele Gebiete“, wo noch viel zu erforschen ist

Welche Art von Bewegung in welcher Dosis für welche Erkrankung am gesündesten ist - daran müsse noch geforscht werden, betont Hoppeler: „Für Dauerleistungstraining nach einem Herzinfarkt gibt es sehr gute und fest etablierte Protokolle. Ob die schon die besten sind, wage ich nicht zu beurteilen. Generell werden zurzeit die Trainingsintensitäten eher erhöht - man macht mehr oder intensivere Bewegung. Es gibt aber andere Gebiete, wo noch viel weniger klar ist, was zu tun ist. Zum Beispiel rheumatische Erkrankungen, Krebserkrankungen oder Depressionen.“

Studien zu den Gebieten erhofft sich die Mediziner unter anderem von Sportwissenschaftern.