Zu wenig Polizei im Pongau? Zu langsam?

Kommt die Polizei in St. Johann (Pongau) nicht schnell genug zu Einsätzen? Zwischen Vizebürgermeister Ortwin Andrich (SPÖ) und der Polizei ist darüber eine heftige Diskussion entbrannt.

Andrich hat in der Nacht auf Sonntag wegen einer Schlägerei im Zentrum von St. Johann die Polizei alarmiert. Wie lange die Beamten zum Einsatzort gebraucht haben, darüber gehen die Meinungen nun auseinander.

In der Nacht auf Sonntag beobachtete der neue Vizebürgermeister von seinem Fenster eine Schlägerei zwischen sieben Männern. Er rief die Polizei.

„30 bis 40 Minuten sollte es dauern“

Doch der Anruf bei der Polizei sei ernüchternd gewesen, sagt Andrich: „Dort hat mir der Beamte gesagt, er habe niemanden zur Verfügung. Es werde 30 bis 40 Minuten dauern. Das ist für einen Hauptort im Bezirk schon sehr bedenklich.“

Bezirkskommandant weist Kritik zurück

Ob das Telefonat tatsächlich so war, das ist unklar. Fest steht jedenfalls: Die Sektorstreife der Polizei sei nach sechs Minuten am Einsatzort gewesen, sagt der stellvertretende Bezirkspolizeikommandant Thomas Winkler: „Es kann schon sein, dass die Streife irgendwo eine Verkehrsanhaltung machen oder einbruchsgefährdete Objekte überwachen muss. Aber in diesem Fall war die zuständige Sektorstreife schon in der Nähe von St. Johann und innerhalb von sechs Minuten am Einsatzort.“

Vizebürgermeister fordert mehr Polizisten

Vizebürgermeister Andrich lässt das nur bedingt gelten: Im Pongau gebe es generell zu wenig Polizisten. Auch andere Anrainer hätten ihm schon von langen Wartezeiten berichtet.

Beide Männer bestätigen, dass in St. Johann am Wochenende außerordentlich viele Nachtschwärmer unterwegs sind, weil viele neue Lokale eröffnet haben. Lärm und Schlägereien sind mitunter die Folge.

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