Polizei will effizienter werden

APA/Barbara Gindl
Die Polizei muss sich nach der Decke strecken - und hat gleichzeitig noch alte Führungskräfte und deren finanzielle Ansprüche mitzuschleppen - Leute, die bei der jüngsten Polizei-Reform des Innenministeriums leer ausgegangen sind.
„Schneller, schlanker, effizienter“ - so soll die Salzburger Polizei werden. Schlagwörter wie aus einem Management-Lehrbuch, formuliert vom neuen Polizeidirektor Franz Ruf am Montagvormittag.
Bessere Selbstkontrolle
Helfen soll dabei eine neue Abteilung - das Qualitätsmanagement. Die Polizei will sich selbst besser kontrollieren und aus Fehlern lernen, sagt der zuständige Vize-Direktor Burkhard Vouk: „Die Qualität der Polizeiarbeit soll noch weiter optimiert werden - auf sehr sehr gut in den Augen der Bevölkerung.“
Das Budget der Salzburger Polizei beträgt rund 110 Millionen Euro pro Jahr. Ab dem kommenden Jahr wird das Geld nicht mehr vom Innenministerium verwaltet, sondern direkt in Salzburg. Das Führungstrio hofft, das Geld sparsamer einsetzen zu können als bisher.
Gehen „weiße Elefanten“ spazieren?
Kosten werden jedenfalls die „weißen Elefanten“: Durch die Polizeireform haben frühere Chefs ihre Positionen verloren - sie sollen aber nicht spazieren gehen, sagt Franz Ruf: „Es kann sein, dass vereinzelt Führungskräfte keinen Arbeitsplatz haben. Sie werden aber dort eingesetzt, wo sie ihre Stärken haben. Es gibt eine finanzielle Abfederung, dass die derzeitige Einstufung für sechs Jahre bleibt.“
Direkter Einfluss der Parteipolitik
Der neue Polizeidirektor Ruf gilt als ÖVP-nahe. Sein Stellvertreter Arno Kosmata sitzt für die Sozialdemokraten sogar im Landtag. Aus der Opposition kam dazu schon heftige Kritik.
Kosmata will aber - trotz seines Führungsjobs in der Polizei - bis 2014 in der Politik bleiben: „Ich war seit Jahren Kommandant der Polizei im Pinzgau und habe die Bereiche strikt getrennt. In der neuen Legislaturperiode werde ich nicht mehr im Landtag vertreten sein.“
8.100 Euro brutto für Ruf
Innerhalb der Polizei sind noch einige Positionen zu besetzen, etwa die Führung des Landeskriminalamts. In drei Wochen soll das Team stehen.
Verdienen werden die drei neuen Chefs übrigens mehr als früher: Franz Ruf bekommt als Direktor 8.100 Euro brutto im Monat.
Link:
Pension: Polizei-Chef Kröll zieht Bilanz (salzburg.ORF.at; 24.08.2012)
Publiziert am 03.09.2012

