Überfall Nr. 9 auf Juwelier Nadler
Die Täter waren vor dem Betreten des Geschäftes mit Regen-Monturen von Bauarbeitern bekleidet und mit einem Vorschlaghammer sowie einer Axt ausgerüstet. Auch eine Pistole sollen sie bei sich gehabt haben.

Polizei
Bild eines Täters aus der Überwachungskamera
Die Räuber zerstrümmerten eine Vitrine. Dabei wurde eine Alarmanlage ausgelöst. Dadurch dürften die Täter so verschreckt worden sein, dass sie laut Polizei ohne Beute geflüchtet sind. Ihr mit laufendem Motor wartendes Fluchtfahrzeug ließen sie zurück.
Dem Wetter entsprechende Kleidung
Zwei der drei Räuber erschienen als Bauarbeiter verkleidet in dem noblen Juwelierladen. Sie hatten blitzblaue Helme auf und waren mit neongelben, langärmeligen Regenjacken bekleidet, schildert Christian Voggenberger vom Landeskriminalamt. In der angrenzenden Bergstraße befindet sich tatsächlich eine Baustelle, die Helme sahen jenen der „echten“ Bauarbeiter ähnlich. Nach dem Betreten des Geschäftes warfen die zwei Täter ihre Helme auf den Boden. Auf dem Kopf trugen sie dunkle Motorradhauben.
Teure Uhren im Visier?
Der Überfall selbst habe „20 Sekunden, höchstens vielleicht eine halbe Minute gedauert“, sagt Voggenberger. Jener Mann, der nicht maskiert war und einen Revolver im Anschlag hielt, rief den Frauen „don’t move, lay down“ zu. Ein Komplize schlug mit einer Axt zwei-bis drei Mal auf die mit einem Panzerglas gesicherte Vitrine rechts neben der Eingangstüre, in der sich sehr teure Uhren befanden. Diese Vitrine war auch von außen durch ein Schaufenster einsehbar, das ebenfalls aus Panzerglas bestand. Offenbar nahmen die Täter an, dass das Vitrinenglas im Geschäftsinneren nicht durch ein Panzerglas gesichert war und die Uhren deshalb dort leichter zu erbeuten wären.

Georg Hirschbichler
Durch die Schläge mit der Axt - sie hat einen etwa ein Meter langen Stiel - sei akustischer und auch optischer Alarm ausgelöst worden, sagte Voggenberger. „Die Täter sind sofort raus, ohne jemanden zu berühren oder zu verletzen.“ Sie ließen im Geschäft einen Plastiksack mit der Aufschrift der Zigarettenmarke „HB“ zurück. In dem Sack lag ein massiver, roter Kaminziegel. Die Maße betragen etwa 25 mal zwölf mal acht Zentimeter.
DNA-Spuren auf weggeworfener Kleidung?
Die zwei wetterfesten Arbeitsschutzjacken, die Axt, eine Motorradhaube, eine Baseball-Kappe und ein T-Shirt wurden später im nahen Königsgässchen gefunden. Von der Waffe fehlt derzeit noch jede Spur. Nahe des Tatorts stellte die Polizei kurz nach dem Überfall einen verdächtigen Pkw sicher. Der schwarze Audi 80 mit einem SL-Kennzeichen (Salzburg Land, Anm.) wurde am Vormittag im Bahnhofsbereich gestohlen. Er wird jetzt auf Spuren untersucht. „Möglicherweise wurde der Wagen von den Tätern gestohlen“, so Voggenberger.
Die Polizei überprüft auch die Videoaufnahmen aus den Überwachungskameras. Ein Zeuge berichtete, dass sich einen Tag zuvor drei Personen vor dem Schaufenster des Juweliers aufgehalten haben, die ihm verdächtig erschienen. Die Polizei hofft, dass es davon verwertbare Kamera-Aufnahmen gibt.
Personenbeschreibung
Der Mann, der die vier Mitarbeiterinnen mit einer Waffe bedroht hatte, trug eine dunkle Schirmkappe, ein dunkles T-Shirt mit goldenen Aufdrucken im Schulter- und Brustbereich und eine dunkle Jean. „Er hatte einen Drei-Tages-Bart, ist circa 30 Jahre alt und rund 1,70 Meter groß“, erklärte Voggenberger. Das Erscheinungsbild und der Akzent des Mannes ähnelt laut den Verkäuferinnen dem eines Südost-Europäers.
Die vier Frauen wurden vom Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut. Es handelte sich bereits um den 9. Überfall seit 2007 auf Filialen des Nobel-Juweliers. Die Geschäfte wurden sicherheitstechnisch aufgerüstet.
Die Fahndung nach den Räubern lief Freitag im ganzen Stadtgebiet - auch mit Unterstützung einer Hubschrauberbesatzung. Bisher gibt es noch keinen Sucherfolg.
Publiziert am 31.08.2012

