Schwere Vorwürfe gegen Hubers Landhendl
Zu wenig Bezahlung, dubiose Strafen und der Verdacht des Abgabenbetrugs stehen im Raum. Die Frauen sind allerdings nicht direkt in Pfaffstätt angestellt, sondern bei einer slowakischen Firma, was die Sache spannend macht.
Betrieb steht gut da - auf Kosten der Mitarbeiter?
Das Großunternehmen Hubers Landhendl in Pfaffstätt steht wirtschaftlich gut da. Doch zumindest einem Teil der beschäftigten Frauen geht es offenbar nicht so gut. Das zeigen Dokumente, die dem ORF vorliegen - es sind Arbeitsverträge, Abrechnungen und E-Mails einer Ex-Angestellten. Bei der Gewerkschaft sorgen sie für heftige Kritik, bestätigt Peter Eder von der Gewerkschaft Pro-Ge.

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Der Betrieb steht gut da - ein Teil der Mitarbeiter offenbar nicht
„Stundenlohn weit unter Kollektivvertrag“
„Das größte Problem ist, dass ein Stundenlohn weit unter dem Kollektivvertrag bezahlt wird. Aber es steckt noch viel, viel mehr dahinter, wo sich hier die Firmen Geld sparen - etwa, dass sich die Mitarbeiterinnen die im Lebensmittelgesetz vorgeschriebenen Untersuchungen selbst bezahlen müssen. Für das Quartier wird ihnen ebenfalls Geld abgezogen. Und bedenklich ist für uns auch, dass man laut den Unterlagen vermuten kann, dass die slowakische Firma in der Slowakei Steuer- und Sozialbetrug betreibt.“

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„Stundenlohn weit unter dem Kollektivvertrag“, kritisiert die Gewerkschaft
Frauen bei slowakischer Firma angestellt
Doch Hubers Landhendl hat mit all dem nur indirekt zu tun - angestellt sind die Frauen nämlich nicht in Pfaffstätt, sondern 400 Kilometer weiter östlich in der Slowakei nahe Bratislava. Eine dortige Firma hat zwischen 80 und 100 Arbeiterinnen nach Pfaffstätt vermittelt. Nur: Moralisch sei Huber trotzdem verantwortlich, sagt Gewerkschafter Eder.
„Hubers Landhendl hätte Fürsorgepflicht“
„Rein rechtlich ist Hubers Landhendl leider nur sehr schwer zur Verantwortung zu ziehen, obwohl das Unternehmen natürlich auch die Fürsorgepflicht hat. Und es hätte ganz klar darauf zu achten, wie die Mitarbeiterinnen bezahlt werden und wie sie untergebracht werden. Denn eines ist klar: Hier wird der Wettbewerb komplett verzerrt. Und wenn Hubers Landhendl niedrig entlohnte Arbeitnehmer im Zeitarbeitssektor angeboten bekommt, und zwar so niedrig, dass kein Einheimischer mehr mit kann, dann sollte auch dieser Betrieb sich Gedanken machen, warum denn das überhaupt möglich ist.“
„Strafen bei vorzeitigem Austritt“
Eine betroffene Slowakin war auch wegen ihrer Verwandten in Salzburg hierhergekommen. Ihrem Schwager schüttete sie das Herz aus. Zum Beispiel musste sie offenbar dubiose Strafen zahlen, schildert Schwager Ronny Seidl: „Die Firma in der Slowakei sagt immer: Wenn die Leute innerhalb einer gewissen Frist wieder aufhören, dann müssen sie 100 Euro Strafe zahlen. Ebenso müssen sie bei der Einstellung 100 Euro zahlen.“

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„100 Euro Strafe bei vorzeitigem Austritt“, lautet ein weiterer Vorwurf
Firma: „Alle Löhne korrekt bezahlt“
Von der Firma Huber wollte Dienstag niemand vor die Kamera des ORF treten. Es gab lediglich eine Stellungnahme per E-Mail: Darin teilte die Firma mit, sie habe immer alle Löhne korrekt bezahlt. Außerdem verwies Hubers Landhendl an zwei andere Unternehmen - einerseits an die besagte Firma in der Slowakei, andererseits an deren Steuerberater, der im Burgenland sitzt. Beide meinten, es gebe keine Missstände, es sei immer alles korrekt abgewickelt worden.
Die betroffene Slowakin hat inzwischen in der Fabrik gekündigt. Die Gewerkschaft will ihr helfen und stellt einen Rechtsanwalt zur Verfügung.
Publiziert am 28.08.2012

