Ex-Schuhhändler als Schuster erfolgreich
67 Millionen Paar Schuhe im Wert von mehr als einer Milliarde Euro wurden 2010 nach Österreich importiert - vor allem aus China, wegen der Billigware die Nummer eins 1 bei Importen mit einem Anteil von 40 Prozent. Dann folgen Vietnam, Deutschland und Italien. Die Schuherzeugung hat sich von Europa fast vollständig nach Asien verlagert.

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Schuhmacher Sax in seiner Werkstatt
Kritik an Sklaven-Löhnen in Asien
Umso mutiger ist der Schritt von Schuhhändler Christian Sax in Michaelbeuern. Er arbeitet wieder als Schuster, hat sein Geschäft mit zugekaufter Ware geschlossen, fertigt alle Schuhe wieder selbst und verkauft sie.
Maß nehmen, Leisten machen und vor allem der persönliche Kontakt mit Kunden, das ist für Sax in Dorfbeuern (zu dem auch der Ortsteil Michaelbeuern gehört) wichtig. 5.000 Paar Schuhe aus der ganzen Welt waren bis 2006 in seinem Verkaufsraum im Angebot.
Dann kam das schlechte Gefühl, sagt Christian Sax: „Der Verdienst für die Arbeiter in Asien wird bei dieser Billigware wahrscheinlich gegen Null gehen. Und unter welchen Arbeitsbedingungen das Produkt dort entsteht, das kann eigentlich niemand sagen.“

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Anfangs Widerstand bei Senior-Chefs
Sechs Leute inklusive Chef arbeiten in seiner Werkstatt an Schuhen mit Obermaterial, Futter und Brandsohle aus echtem Leder. Obwohl sie die Tradition von fünf Generationen fortsetzen, gab es bei der Umstellung von Handel auf Produktion nicht sofort überall großes Verständnis.

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Trachtenkollektionen
Ehefrau Elisabeth Sax sagt, es gab Startprobleme: „Die Eltern meines Mannes waren strikt gegen diese Umstellung. Sie dachten, dass heutzutage ein Schuhhaus ohne Fremdware nicht existenzfähig sei. Aber wie sie dann die Produkte meines Mannes gesehen haben, dann war es gut. Wir können mit klassischen Schuhformen eigentlich alle Leute gut ausstatten.“
Innovationen für gesunde Füße
Den Unterschied zwischen Massenware und Handarbeit sieht man gut im Querschnitt. Neueste Erfindung sind Einlagen mit Zirbenholz - antibakteriell, gegen Fußgeruch und feuchte Füße, betont Schuster Sax: „Wir sind sehr stolz, dass es uns gelungen ist, die Zirbe in Lederbrandsohlen einzuarbeiten. Das gibt es sonst nirgendwo international.“

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An Kunden gibt es auch bei Preisen von 150 Euro aufwärts keinen Mangel. Nur Lehrlinge sind ebenso schwer zu bekommen wie gutes Leder. Christian Sax hofft, dass die Liebe zur Qualität dieses Handwerk künftig wieder wachsen lässt. Derzeit ist er einer von nur noch acht Schuhmachern im Land Salzburg.

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Schumacher in der fünften Generation: Christian Sax
Publiziert am 25.08.2012

