Kritik an Seniorenheim: „Zu wenig Personal“

ORF.at/Birgit Hajek
Pflege- und Seniorenheim
Und für die stolzen Preise werde den Senioren zu wenig Platz und Service geboten, kritisieren Angehörige.
„Zweibettzimmer zu stolzem Tarif“
4.000 Euro im Monat muss dort eine bettlägrige Dame für ihren Aufenthalt und die Pflegebezahlen. Und bisher sei für das Geld nur ein Zweitbett-Zimmer für die weit über Achtzigjährige drin gewesen, kritisiert eine Angehörige im ORF-Interview. Sie will nicht namentlich aufscheinen.
„Nur schmaler Spind wie beim Bundesheer“
Trotz der monatlichen Kosten von 4.000 Euro habe die pflegebedürftige Frau nur wenig Platz zum Wohnen in diesem Seniorenheim der Österreichischen Jungarbeiterbewegung in Salzburg-Aigen: „Der Kasten ist wie ein Bundesheer-Spind. Wenn man etwas darin sucht, dann muss man alles zuvor herausgeben. Es gibt nur wenig Platz, um Dinge hineinzulegen. Das kann es doch wohl nicht sein.“
„Kleidung zu selten gewechselt“
Und neben Platzmangel beobachte sie seit Monaten, dass es im Haus zu wenig Personal gebe, sagt die Angehörige der Bewohnerin: „Um 18.15 bis 18.30 Uhr werden alle ins Bett gelegt, weil dann niemand mehr da ist.“
Und dazu kommen laut dieser Salzburgin noch Probleme mit der Hygiene - wie längere Zeit ungeputzte Bäder. Und manche Bewohner würden viel zu selten umgezogen: „Für das, was das Heim kostet, sind mir die Betreiber zu wenig genau. Man muss immer dahinter sein, dass Bewohner frisch angezogen werden.“
Heimleitung weist Kritik zurück
In einer schriftlichen Stellungnahme an den ORF lässt die Heimleitung solche Vorwürfe nicht gelten. Die überwiegende Anzahl von Rückmeldungen der Angehörigen sei äußerst positiv, schreibt Manuela Kurfürst-Hauck, die Leiterin des Senioren-Wohnheimes. Die Kosten für die Plätze würden sich aus den offiziellen Tariflisten ergeben. Von Personalmangel könne keine Rede sei. Engpässe könnten wie in anderen Betrieben auch auftreten, wenn mehrere Mitarbeiter gleichzeitig im Krankenstand sind. Das steht in der Stellungnahme des Seniorenheimes der Jungarbeiter-Bewegung in Salzburg-Aigen.
Publiziert am 24.08.2012

