Drogendealer erpresst: Jugendliche verurteilt

Fünf Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren wurden am Montag beim Salzburger Landesgericht zu relativ milden Strafen verurteilt. Sie hatten einen jungen Drogenhändler erst erpresst und dann ausgeraubt. Die Angeklagten waren geständig.

500 Euro wollten die fünf Burschen zuerst von einem Drogenhändler in der Stadt Salzburg erpressen. Sonst würden sie ihn an die Polizei verraten, drohten sie. Als das Opfer aber nicht zahlte, heckten die fünf den Überfall mit zwei Schreckschusspistolen aus. Die Beute blieb mit 200 Euro gering.

Acht Monate unbedingte Haft für Haupttäter

Die fünf Jugendlichen nahmen an, das Opfer würde wegen seiner illegalen Geschäfte nicht zur Polizei gehen. Doch sie hatten sich geirrt. Der Haupttäter, 17 Jahre alt, bekam zwei Jahre Haft, davon acht Monate tatsächlich hinter Gittern. Die vier Komplizen kamen mit geringeren Strafen davon, die bis auf eine auch schon alle rechtskräftig sind, wie Staatsanwalt Robert Holzleitner meldet.

Verteidiger Johannes Hebenstreit hatte mit Erfolg an die Milde des Gerichts appelliert: „Ich vermute, dass die Kindheit der Täter eine Rolle spielen wird, die bei allen fünf alles andere als rosig war. Es sind Pflegekinder dabei, wo die leiblichen Eltern die Kinder nicht erziehen konnten. Insbesondere in dem von mir vertretenen erstangeklagten Fall ist es so, dass der mit zehn Monaten in eine Pflegefamilie gekommen ist. Dann ist ein Elternteil der Pflegeeltern gestorben. So etwas bewegt einen natürlich und kann einen aus der Bahn werfen.“

Opfer bekommt eigenen Prozess

Das Opfer des Quintetts bekommt einen eigenen Prozess wegen Drogenhandels.