Nächtliches Verkehrschaos in Stadt Salzburg
Auslöser für die Staus war die Baustelle auf der St.-Julien-Straße, einer der Hauptverkehrsadern der Stadt. Sie wurde über das Wochenende neu asphaltiert, in der Nacht wurden die Arbeiten abgeschlossen. Doch die Staus, die Sonntag am späten Abend durch die Arbeiten entstanden, reichten bis weit über den Bahnhof hinaus, zeitweise war auch der gesamte Bereich Schwarzstraße-Imbergstraße bis zum UKH blockiert. Gegen 22.00 Uhr war außerdem die gesamte Elisabethvorstadt praktisch unpassierbar.

ORF
Ampeln waren normal geschaltet, keine Polizisten da
Hauptkritikpunkt der meisten Autofahrer: Sämtliche Ampeln waren im Normalbetrieb geschaltet, Verkehrspolizisten waren keine zu sehen: „Eine Stunden halten wir uns schon da auf - wegen der ganzen Baustellen, weil sie da einfach keinen mehr durchlassen“, kritisierte ein Autofahrer, „Das ist ein unmöglicher Verkehr da. Polizisten haben wir noch keine gesehen.“ „Ständig steht man immer wieder an den gleichen Punkten - und ich find nicht raus“, sagte eine Lenkerin aus Freilassing (Bayern).
Erst gegen 22.30 Uhr beruhigte sich das Verkehrsgeschehen rund um die gesperrte St.-Julien-Straße. Der Stau löste sich allmählich auf.
Polizei kritisiert „mangelhafte Information“
Dass die Ampeln nicht ausgeschaltet, sondern im Normalbetrieb waren, begründet Wolfgang Ebner von der Verkehrsinspektion der Salzburger Polizei so: „Wenn ich ein Straße mit zwei Fahrstreifen in eine Richtung offen habe, ist eine Regelung durch Signalanlagen oder händisch verpflichtend vorgeschrieben.“
Der Grund dafür sei die Sicherheit für Fußgänger wie die Bauarbeiter, ergänzt Ebner: „Man kann nicht den Verkehr fließen lassen, so lange noch Markierungsarbeiten durchgeführt werden. Sicherheit hat eben ihren Preis, die zu Lasten des Fahrzeuglenkers, der Flüssigkeit und Leichtigkeit des Verkehrs geht.“
Die Baufirmen hätten der Polizei im Vorfeld nicht gesagt, wie Arbeiten ablaufen sollen, kritisiert der Polizist: „Da haben wir nur mangelhafte Informationen bekommen. Die Verkehrsführung haben wir im Endeffekt nicht gewusst. Und das ist schon primär die Aufgabe der bauausführenden Firma, die verantwortlichen Stellen, die Einsatzorganisationen und den öffentlichen Verkehr nachhaltig zu verständigen.“
Link:
- Verkehrsader in der Stadt Salzburg gesperrt (salzburg.ORF.at, 18.8.2012)
- Kritik an Großbaustelle zur Festspielzeit (salzburg.ORF.at, 8.8.2012)
- Stadt Salzburg: Verkehrsader wird Baustelle (salzburg.ORF.at, 6.8.2012)
Publiziert am 20.08.2012

