Aus für Bauern-Steuerprivilegien gefordert
In Salzburg kämen derzeit fast 90 Prozent der Landwirte ohne einen Cent Einkommenssteuer davon, rechnet Zehentner vor. Gegen das Steuerprivileg läuft Beschwerde beim Verfassungs-Gerichtshof.
Die Ungleichbehandlung schlage in der Steuerlandschaft Wellen, sagt Finanz-Staatssekretär Andreas Schieder: „Dieses Thema kommt von den ländlichen Finanzämtern, weil dort die Finanzbeamten nachgerechnet haben. Die kennen die Betriebe und sagen: Das ist nicht einzusehen, dass der, der so und so groß ist, wo jeder in der Gegend weiß: Das ist ein Großer, de facto null Steuer zahlt. Der Vorteil gegenüber einem normalen Steuerpflichtigen ist immens. Und das schafft dicke Luft.“
Große Alm-Ausschänke „wie Gastwirt“ besteuern
Nicht für die kleinen, sehr wohl jedoch für große Almwirtschaften sollten seine Bauernkollegen künftig ebenfalls Steuern zahlen, findet Zehentner, der für die SPÖ im Bundesrat sitzt: „Es gibt natürlich auch Alm-Ausschänke, die an den sogenannten ‚Trampelpfaden‘, wo Umsätze sind, die sich durchaus mit einem Gastwirt im Dorf messen können. Da muss man schauen, dass man eine Steuergerechtigkeit her bekommt.“ Solche Almbauern sollte man „gleich wie einen Gastwirt“ besteuern, findet Zehentner.
Denn Bauern mit Nebenerwerb oder eigenem Gewerbebetrieb müssen ohnehin schon jetzt Steuern bezahlen. Zehentner selber ist ja Geschäftsführer der Tauernlamm-Genossenschaft. Für dieses Unternehmen mit zwei Millionen Euro Umsatz und 15 Beschäftigten zahlt der SPÖ-Bauer die Steuern eines Gewerbebetriebes.
Links:
- „Kampf gegen Aufhebung der Pauschalierung“ (salzburg.ORF.at, 30.4.2012)
- Gerechteres Steuersystem bei Bauern gefordert (salzburg.ORF.at, 30.1.2012)
Publiziert am 16.08.2012

