Ärzte entnehmen nur selten Spenderorgane
Für die Wartenden sind die Aussichten, in absehbarer Zeit ein neues Herz, eine Niere, Leber oder eine Bauchspeicheldrüse zu bekommen, sind bei den derzeitigen Zahlen gering. Ins Salzburger Unfallkrankenhaus (UKH) werden zwar häufig Schwerstverletzte eingeliefert, von denen rund 50 pro Jahr nicht mehr zu retten sind. Die Voraussetzung zur Organentnahme ist der Hirntod.

ORF
Per Gesetz ist grundsätzlich jeder Verstorbene potenzieller Organspender - außer lehnte hat das zu Lebzeiten ausdrücklich ab, etwa per Eintrag in Widerspruchsregister der Gesundheit Österreich. Dennoch werden nur selten Spenderorgane entnommen - auch aus Rücksicht auf Angehörige: „Auch wenn die Rechtslage eindeutig ist, suchen wir die enge Kommunikation und das Einverständnis der Angehörigen“, sagt Wolfgang Voelckel, Primar der Intensivmedizin am UKH.
Beauftragter soll motivieren
An den Landeskliniken hat jetzt ein Tranplantationsbeauftragter seine Tätigkeit aufgenommen. Die Aufgabe des Neurologen Axel Friedrich Unterrainer ist es unter anderem, die Ärzte zu motivieren, nach dem Hirntod eines Patienten an eine mögliche Organspende zu denken.
„Primär sind wir zur Behandlung des erkrankten oder verunfallten Menschen da“, sagt Unterrainer, „Zusätzlich kommt die doch sehr arbeitsintensive Aufgabe der Erhaltung der Organe auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu. Wir benützen die Informationslösung. Das heißt: Angehörige werden darüber informiert. Sollten Angehörige von sich selbst aus den Wunsch äußern, dass an der Leiche ihres Angehörigen keine Organe entnommen werden, so akzeptieren wir das und verzichten auf die Organentnahme.“
Bis zu acht können von einem Toten profitieren
Bis zu acht Patienten könnten von der Organentnahme bei einem Hirntoten profitieren, ergänzt Unterrainer: „Ein Herz, zwei Lungenflügel, die Leber, die Bauchspeicheldrüse, beide Nieren und auch die Hornhäute.“ Im vergangenen Jahr kamen von österreichweit 195 Organspendern nur sechs aus Salzburg. Ziel ist es, diese Zahl deutlich zu erhöhen.
Links:
- Zu wenig Organspender (kaernten.ORF.at, 26.1.2012)
Publiziert am 07.08.2012

