Young Directors Project startet mit „Trapped“

Wolfgang Kirchner
Szene aus „Trapped“
„Selbst wenn wir sterben, wir tun es mit einem Lächeln“ - die südafrikanische Produktion „Trapped“ entführt sein Publikum in eine andere Welt. In der Regie von Princess Zinzi Mhlongo erzählen die Tick Tock Productions anhand einiger Figuren, die typisch für Südafrika und die Geschichte des Landes sind, vor allem von Freiheit.
Und doch, so sagt die Regisseurin, wolle sie eine Brücke bauen zu anderen Ländern mit anderer Geschichte. Sie wollen ihre Sicht auf Freiheit in Frage stellen. „Es soll ein Dialog werden. Es geht nicht nur um Südafrika. Nun gehen wir in die Welt hinaus und fragen: ‚Hey, das ist es, was wir in Südafrika über Freiheit herausgefunden haben. Was hab ihr drüber herausgefunden?‘“, so Princess Zinzi Mhlongo.

Wolfgang Kirchner
Szene aus „Trapped“.
Glaube, Verwundbarkeit, Tod und Gewalt
Das zweite Stück der YDP kommt aus Österreich. Cornelia Rainer probt mit ihrer Truppe, dem Theater Montagnes Russes, „Jakob Michael Reinhold Lenz“, ein Stück über einen Goethe-Zeitgenossen. „Ein Thema, das mich sehr beschäftigt und das an diesem Abend auch sehr präsent sein wird, ist die Frage nach dem Glauben. Lenz sucht die Menschen und sucht den Glauben und hier gibt es ganz klare Vorstellungen, wie ein Leben abzulaufen hat“, erklärt Rainer.
Außerdem eingeladen: „Eternelle idole“ aus Frankreich. Das Stück handelt von einer jungen Eisläuferin, ihrer Verwundbarkeit und Unschuld, es wird in der Eisarena aufgeführt werden. Eine weitere Produktion aus Frankreich ist „This is how you will disappear“, hier geht es um Tod, Sex und Gewalt.

Sébastien Durand / DACM
Szene aus „This is how you will disappear“.
„Fängt an über Tellerrand zu schauen“
Und schließlich „Hamlet cantabile“ aus Südkorea. Frage an Schauspielchef Sven Erich Bechtolf: Wie findet man all diese Stücke?
„Man fängt an über den Tellerrand zu schauen und versucht sich etwas zu vernetzen. Wir haben einen Dramaturgen, der die Szene sehr gut kennt. Und andererseits haben wir mit vielen anderen Leuten geredet und dann beginnt man zu reisen und schaut sich Stücke an. Und dann spielt die Intuition natürlich eine ganz große Rolle. Ich kann nicht anders, als meinem Gefühl trauen. Viel mehr hab ich nicht“, antwortet Bechtolf.
Wie die Jury entschieden hat, wird man am 21. August wissen, denn dann wird der YDP-Award vergeben. Der Gewinn: 10.000 Euro, ein Max Reinhardt Pen, beides vom Sponsor Montblanc, und vor allem ein kräftiger Aufschwung in der eigenen Karriere.
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Publiziert am 31.07.2012

