Warnung vor Missbrauch von Meldedaten

Der Salzburger SPÖ-Nationalratsabgeordnete Johann Maier rät allen Salzburgern, ihre Meldedaten für Auskünfte sperren zu lassen. Die Zahl der Anfragen im Zentralen Melderegister des Innenministeriums habe sich in den letzten acht Jahren vervierfacht.

Mehr als 4.000 Personen oder Firmen haben in Österreich die Berechtigung, im Zentralen Melderegister Daten zu erfragen - von Anwälten über Inkassobüros, Banken und Versicherungen bis zu Detekteien. Anders als früher müssen sie nicht mehr angeben, aus welchem Grund sie die Daten brauchen, warnt der Salzburger SPÖ-Nationalratsabgeordnete Johann Maier.

„Daten lassen sich gut am Markt verkaufen“

„Meldedaten stehen hoch im Kurs, denn verbunden mit eventuell noch Familiendaten lassen sie sich am Markt irrsinnig gut verkaufen. Meldedaten können aber auch noch für andere Zwecke verwendet werden - um etwa herauszufinden, wo jemand wohnt oder wo er gewohnt hat. Hier gibt es ein Missbrauchspotenzial und die stichprobenartigen Kontrollen, die vom Innenministerium durchgeführt werden, sind einfach zu wenig“, meint Maier.

Datensperre nicht so einfach

Doch so einfach ist es nicht seine Meldedaten für Auskünfte sperren zu lassen, kontern das Magistrat der Stadt Salzburg und die Bezirkshauptmannschaften. Zuständig seien dafür generell die Gemeinden.

Doch um eine Auskunftssperre müsse schriftlich angesucht und eine begründete Sorge um die persönliche Sicherheit nachgewiesen werden, erläutert Franz Schefbaumer, der Leiter des Meldeamtes in der Stadt Salzburg.