Olympia: Judoka Paischer gegen Sobirow

APA/Barbara Gindl
Paischer
„Es hätte schlimmer kommen können, die Auftaktgegner sind für alle drei machbar“, sagte ÖJV-Trainer Klaus-Peter Stollberg, nachdem Ludwig Paischer, Sabrina Filzmoser und Hilde Drexler am Donnerstag in London ihre Auftaktgegner für das Olympische Turnier zugelost bekommen hatten.
Zuerst Jacob Gnahoui aus Benin
Auch die Zweitrunden-Kontrahenten stehen bereits fest. Auf Paischer wartet in der zweiten Runde der Weltranglisten-Erste Rischod Sobirow aus Usbekistan, der 2010 und 2011 Weltmeister war und heuer das Grand-Slam-Turnier in Paris gewann.
In der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm bekommt es Paischer am Samstag in der ExCeL-Arena zunächst mit dem unbekannten Jacob Gnahoui aus Benin zu tun, ehe er gegen den Hochkaräter Aufstellung nimmt. Den Usbeken Sobirow hat er in der Vergangenheit auch schon geschlagen.
„Habe keine Angstgegner“
Im Interview mit der APA hatte Paischer kürzlich gesagt, dass er keinen Angstgegner habe.
Und er erinnerte daran, dass er es Peking in Runde zwei mit Craig Fallon zu tun bekommen habe, gegen den er damals eine negative Bilanz aufwies. „Ich habe es im Kopf geschafft und ihn geschlagen.“ Gelingt ihm vier Jahre später Ähnliches, kann der nun 30-Jährige weit kommen und seinen Medaillen-Coup von 2008 wiederholen, als er Silber mit nach Hause nahm.
Trainer sieht gute Form
Stollberg, der stellvertretend für Österreich bei der Auslosung anwesend war, bescheinigt allen drei rot-weiß-roten Athleten eine sehr gute Form. Und natürlich warnte er davor, die vermeintlich schwächeren ersten Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen: „Das darf nicht zu Leichtsinn führen, hier kann jeder gefährlich werden, man muss konzentriert zur Sache gehen.“
Ähnliches sagte auch Nationaltrainer und Filzmoser-Coach Udo Quellmalz, als er von der Auslosung erfuhr: „Nicht zu weit nach vor schauen, sondern von Runde zu Runde.“
Was macht Filzmoser?
Am kommenden Montag kämpft Sabrina Filzmoser (bis 57 kg) gegen die Kanadierin Joliane Melancon, anschließend wartet Hortance Diedhiou aus Senegal. Von der Papierform sehr sind beide Gegnerinnen absolut zu knacken, im Viertelfinale könnte es zu einem Duell mit der starken Britin Sarah Clark kommen.
Doch zuerst gilt es, die erste Runde zu überstehen, denn für Judoka ist der erste Kampf immer der schwierigste, weil erst der Rhythmus gefunden werden muss. „Die Kanadierin ist sehr stark am Boden, aber das ist auch eine der Stärken von Sabrina. Unterschätzen darf man sowieso niemanden“, sagte Stollberg.
Drexler gegen Marokkanerin Zouak
Hilde Drexler (bis 63 kg) muss am Dienstag zuerst gegen Rizlen Zouak aus Marokko auf die Matte, in Runde zwei hält sich nach Freilos bereits die Israelin Alice Schlesinger bereit.
„Die Marokkanerin hat Hilde schon geschlagen, es ist eine recht kräftige Kämpferin, die viel kontert. Da muss man taktisch gut vorgehen. Die Chance ist jedenfalls da“, meinte Stollberg, der in London Drexler betreut. Sein Schützling sowie Paischer wollen die Auslosung immer recht rasch erfahren, Filzmoser will darüber erst am Samstagnachmittag informiert werden.
Paischer träumt von Sieg
Paischer, der 1988 nach der zweiten Goldmedaille von Peter Seisenbacher vom Olympiasieg zu träumen begonnen hat, will alles dafür geben, sich diesen Wunsch zu erfüllen.
„Es sind zehn bis zwölf Kämpfer, die eine Medaille gewinnen können. Ich gehöre auch dazu“, meinte der Salzburger, der auf eine gute Tagesverfassung hofft. Denn die Form ist da. „Die Kurve ist angestiegen, er weiß, dass er vorne mit dabei sein kann“, sagte sein Trainer Taro Netzer. „Das Um und Auf ist der Kopf, er muss da sein, muss bereit sein.“
Auch Netzer hat scheinbar gespürt, dass ein frühes Aufeinandertreffen mit Sobirow drohen könnte. „Wenn er den Usbeken in ersten Runde hat, ist das nicht so lustig“, meinte er vor ein paar Tagen. Den Usbeken hat er nun in der zweiten Runde. Vielleicht ein gutes Omen.
Links:
Paischer will in London alles geben
Paischer: Frischer Mut für Olympia 2012
Publiziert am 27.07.2012

