Nationalpark: Illegal gedüngte Wiesen?

Der Nationalpark Hohe Tauern sei in Gefahr, kritisiert der Biologe Günther Nowotny von der Naturschutzabteilung des Landes. Er hat im Hollersbachtal Flächen entdeckt, die anders bewirtschaftet würden als gesetzlich vorgeschrieben.

Diese Wiesen werden offenbar gedüngt und mit Mähwerken bearbeitet. Der Beamte fordert die Landespolitiker auf, sich schützend vor den Nationalpark zu stellen.

Almwiesen Hollersbach Wiesen

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„Almwiese“ mit Vegetation, wie sie auf Almen normalerweise nicht vorkommt

Überzogene Almwirtschaft?

Der Nationalpark Hohe Tauern besteht aus einer Kernzone und einer Außenzone. In der Kernzone ist eine land- und forstwirtschaftliche Bewirtschaftung bis auf wenige Ausnahmen verboten. In der Außenzone dagegen ist die „zeitgemäße Almwirtschaft“ - wie es im Gesetz heißt - gestattet, ja sogar erwünscht.

Almwiesen Hollersbach Wiesen

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Laut Nowotny handelt es sich links hinten um eine der manipulierten Flächen. Hinter dem Experten ist naturbelassene Vegetation zu sehen

Sonst würden die Gebiete zuwuchern bzw. verwalden. Die Grundbesitzer bekommen Förderungen, weil sie aus den Flächen weniger Ertrag ziehen können, und die Artenvielfalt erhalten bleibt.

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Gerald Lehner

Kalbin auf naturbelassener Almwiese

Wiesen wie im Flachgau

Im Hollersbachtal hat der Biologe Günther Nowotny nun Wiesen entdeckt, die planiert, gedüngt und maschinengerecht hergerichtet worden sind. Wiesen, wie man sie auch auf dem Talboden der Salzach oder im Flachgau finde:

„Die Artenvielfalt ist auf solchen Flächen einfach nicht mehr gegeben. Das ist bedauerlich. Ich appelliere daher an die Politik, hier stärker aufzupassen. Natürlich sollen die Landwirte, die Grund und Boden in den Nationalpark eingebracht haben, auch ihr Auskommen haben. Aber da kann man mit Förderungen entgegensteuern. Hier sollte aber doch die Natur den Vorrang genießen.“

Almwiesen Hollersbach Wiesen

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Mutmaßlich manipulierte Fläche in der Außenzone des Nationalparks Hohe Tauern

Was tut zuständige Politik?

Die für den Nationalpark zuständige Landesrätin Tina Widmann (ÖVP) zeigt sich überrascht: „Ich kenne diese Fläche nicht und werde mich natürlich davon überzeugen, was auf dieser Fläche passiert. Wenn da etwas nicht in Ordnung ist, dann dürfte es sich um einen Einzelfall handeln.“

Wie geht es nun weiter? Landesrätin Widmann sagt, sie wolle sich die Flächen anschauen, wenn Nationalparkdirektor Wolfgang Urban aus dem Urlaub zurückgekehrt sei.

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