Festspiele: Haydns „Schöpfung“ bejubelt

Zum Start in die neue Ära der Festspiele wurde Freitagabend „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn im großen Festspielhaus aufgeführt und stürmisch bejubelt - obwohl das Projekt viele Wünschen offenließ. Am Samstag geht das Fest zur Festspieleröffnung weiter.

Alexander Pereira als neuer Intendant hat beschlossen, eine „Ouverture spirituelle“ - eine Reihe mit geistlicher Musik - an den Beginn seines ersten Festspielsommers zu setzen.

Haydn-Porträt des Malers Ludwig Guttenbrunns aus dem Nachlass von Stefan Zweig

ORF

Haydn: Ohnen seinen Einfluss hätte es keinen Mozart gegeben, wie wir ihn in heutiger Form kennen

Es hat schon etwas von einer programmatischen Idee: Sich zu Beginn einer neuen Ära die Welt wieder neu zu erfinden, alles wieder auf Anfang zu stellen. Auch Joseph Haydn hatte so etwas im Sinn gehabt, als er sich - nur wenige Jahre nach der Französischen Revolution - musikalisch eine neue Welt erschuf und den Menschen mitteilte, sie sollten sich nicht zu groß fühlen und lieber Gott eifrig loben.

Crew nicht wirklich sattelfest

Eifrig bejubelt wurden Freitag im deutlich nicht ausverkauften Großen Festspielhaus der britische Dirigent John Eliot Gardiner. Sein Monteverdi Chor und auch die English Baroque Soloists, die auf historischen Instrumenten spielten, waren allerdings nicht wirklich brillant und nicht völlig sattelfest.

Es war eine Aufführung, die aus künstlerischer Sicht viele Wünsche offengelassen hat. Aber die „Schöpfung“ soll auch in den nächsten Jahren die Festspiele einleiten. Dann gibt es wieder Gelegenheiten, alles neu zu denken und neu aufzuführen.

Umfangreiches Programm am Wochenende

Samstag wird der Festspielauftakt weiter gefeiert und, wenn es sein muss, dem Regen getrotzt. Der Fackeltanz konnte Freitagabend in einer Regenpause stattfinden. Samstag beteiligen sich auch Festspielkünstler an diesem Fest. Es gibt Konzerte auf Plätzen auf überdachten Bühnen, Lesungen, Aufführungen des Straßentheaters, Stadtführungen und Galerien-Rundgänge - vieles davon in geschlossenen Räumen.

Link: