Olympia: Rennradler im Endspurt

Gleich am Tag nach der Eröffnung der Olympischen Spiele - am nächsten Samstag - ist der Salzburger Radrennfahrer Daniel Schorn in London im Einsatz. Derzeit bereitet er sich in seiner Heimat Saalfelden (Pinzgau) auf das Straßenrennen über 250 Kilometer vor.

Österreich wird beim olympischen Radrennen mit einem Zwei-Mann Team antreten. Neben Schorn wird auch Bernhard Eisel auf die Rundstrecke von London gehen.

Daniel Schorn Radsportler

Viribus unitis / wikipedia.org

Beide haben in großen Etappenrennen schon mehrfach gezeigt, dass sie sich in der Weltspitze behaupten können. Daniel Schorn hat durch seinen starken Auftritt heuer beim Giro d`Ìtalia sein Ticket für London gelöst.

Hartes Pensum

60 bis 70 Kilometer in moderatem Tempo, so sieht für Daniel Schorn ein Erholungstag aus. Am Tag zuvor hat er in einer zähen Solofahrt halb Salzburg durchquert - 210 Kilometer. Diese waren in sechs Stunden erledigt.

Das olympische Straßenrennen hat seine Eigenheiten. Ab 200 Kilometer geht es zur Sache. Schorn hat schon Erfahrungen bei schweren Tagesrennen gesammelt: „Der größte Unterschied ist gegenüber Etappenrennen. Bei der Österreich-Rundfahrt war die längste Etappe mit 230 Kilometer. Bei einem Eintages-Rennen sind die Leute viel stärker und geben noch viel mehr als bei Etappenrennen.“

„Werde 110 Prozent geben“

Daniel Schorn hat in diesem Jahr bereits 61 Renntage in den Beinen. 21 waren es allein beim Giro d` Italia. Dort hat er im Trikot des NET APP-Teams ein starkes Rennen absolviert.

Dadurch hat sich auch der Olympia-Traum des Saalfeldeners erfüllt: „Olympia ist etwas sehr Spezielles. Da will jeder Leistungssportler hin. Dass ich jetzt mit 23 schon dabei sein kann, das freut mich sehr. Ich gebe jedenfalls 110 Prozent und schaue, ob es reicht. Man muss aber realistisch sein.“

Kein langes Stehen vor dem Rennen

Bei einem derartigen Rundstreckenrennen wie in London spielt die Taktik eine große Rolle. Da hat Österreich mit dem schlanken Zwei-Mann-Team keine großen Variationsmöglichkeiten: „Wir werden vor und beim Rennen viel kommunizieren und hoffentlich keine größeren Fehler machen.“

Die Eröffungszeremonie wird Daniel Schorn im Fernsehen verfolgen. Langes Stehen unmittelbar vor einem schweren Rennen ist für einen Radsportler ein absolutes Tabu.

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