„Kein Krieg der Generationen“

APA/Herbert Pfarrhofer
Im Stress und in der Rastlosigkeit der modernen Arbeitswelt können sich Eltern oder Alleinerzieher glücklich schätzen, wenn Omas oder Opas immer wieder einspringen. Wer diese Verwandtschaft nicht (mehr) hat, gerät nicht selten in massive Probleme bei der Kinderbetreuung
"Nur 17 Prozent der Österreicher halten einen Konflikt zwischen Jung und Alt für ein nennenswertes Zukunftsproblem.
40 Prozent der Befragten gaben hingegen an, die Alten sollten mehr ihr eigenes Leben genießen und weniger für die Jungen sparen", fasst der Leiter des Zentrums für Zukunftsstudien der Fachhochschule Salzburg, Reinhold Popp, das Ergebnis der Umfrage zusammen.
1.000 Personen befragt
„Man soll nicht jedem Mythos recht geben, deshalb haben wir nachgefragt“, sagt Popp. Seit den Diskussionen um die Höhe der Pensionen werde permanent der Generationenkonflikt heraufbeschworen.
„Dem ist aber nicht so“, betonte der Autor der in Kooperation mit der Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen durchgeführten Umfrage.
Untersucht wurde, ob Statements wie „die Alten leben auf Kosten der Jungen“, „viele Alte verprassen die Erbschaft ihrer Kinder und Enkel“ tatsächlich eine breite Mehrheit finden. In der repräsentativen Umfrage wurde dazu Anfang dieses Jahres die Meinung von insgesamt 1.000 Personen ab 15 Jahren erhoben.
„Kein brutaler Ego-Trip der Älteren“
„Die sehr große Mehrheit der Österreicher glaubt keineswegs daran, dass sich die älteren Mitbürger auf einem brutalen Ego-Trip ohne Rücksicht auf Verluste der Jüngeren befinden. Ganz im Gegenteil“, resümiert der Zukunftsforscher.
Der Aussage, „die Alten sollten mehr ihr eigenes Leben genießen und weniger für die Jungen sparen“, pflichten 44 Prozent der 35-bis 54-Jährigen und gar 45 Prozent der Altersgruppe 55-plus bei. Die jüngere Generaton zeigte sich etwas skeptischer, aber immerhin stimmten noch 28 Prozent der 15- bis 34-Jährigen mit dieser Meinung überein.
Nur zwölf Prozent der Österreicher vertreten die Ansicht, dass Senioren auf Kosten der jüngeren Generation leben würden. Ebenfalls zwölf Prozent meinten, dass „viele Alten die Erbschaft ihrer Kinder und Enkel verprassen“.
Rekordverdächtige Summen beim Erben
Offensichtlich würden die meisten Österreicher fest damit rechnen, dass sich die Senioren der Zukunft ähnlich stark wie heute an der Mitfinanzierung der Lebenserhaltungskosten ihrer Kinder und Enkel beteiligten, erklärt Popp. Dazu komme noch ein bisher nie erreichtes Volumen an vererbbarem Vermögen, wie Ökonomen und Banken festgestellt hätten.
Publiziert am 19.07.2012

