Prozess um illegal entsorgten Sand vertagt

Vertagt wurde am Donnerstag der Prozess gegen jenen Erdbau-Unternehmer, der 3.000 Tonnen verseuchte Gießereiabfälle in Elixhausen vergraben haben soll. Der Angeklagte bekannte sich vor Gericht für nicht schuldig.

Im Elixhausener Ortsteil Dürnberg in der Nähe der Landwirtschaftsschule waren diese verseuchten Gießereiabfälle im Jahr 2006 vergraben worden. Es war Gießerei-Sand, der - mit Bindemittel versetzt - für die Herstellung von Gussformen verwendet wird. Die chemischen Bindemittel machen den Sand zur Umweltbelastung und zum Sondermüll.

Sorgfältig vergraben

Das soll die nunmehr angeklagten Chefs der Tennegauer Erdbaufirma nicht gestört haben. Die 3.000 Tonnen wurden laut Anklage sorgfältig vergraben - einplaniert und mit einer Erdschicht bedeckt. Problem dabei: Das betreffende Grundstück liegt im Einzugsbereich einer Elixhausener Trinkwassergewinnung. Mehr als eine halbe Million Euro hat die Sanierung dieser Umweltsünde gekostet.

Verteidiger verweist auf Gutachten

Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern Trinkwassergefährdung durch umweltgefährdende Entsorgung von Abfällen vor. Der Strafrahmen beträgt pro Angeklagtem bis zwei Jahre Haft. Sein Verteidiger Wolfgang Auer weist das zurück. "Mein Mandant hat auf ein Gutachten vertraut, das vom Gießereiverband vorlag. Dieses Gutachten weist den Sand als unbedenkliches Aushub-Material aus. Das Material war im Bereich der früheren Gießerei Oberascher gelagert. Dort befindet sich ein Trinkwasser-Gebiet und es ist dort Schotterboden vorhanden, sodass dieser Sand über mehrere Jahre ausgewaschen wurde. Insofern hat für das Trinkwasser in Elixhausen keine Gefahr bestehen können.

3.000 Tonnen Gießereisand ausgebaggert

Denn der Boden in Elixhausen sei noch dazu dichter Lehm. Dennoch mussten die 3.000 Tonnen Gießereisand wieder ausgebaggert und auf einer Deponie entsorgt werden. Wann der Prozess fortgesetzt wird, steht noch nicht fest.