Kriminalität: Cyber-Cops berichten

ORF
Weniger das reale Geschäftsleben, stählerne Handschellen oder eine Glock sind für Cyber-Cops entscheidende Faktoren, mehr die Intuition und täglich wachsende Erfahrung über Vorgänge in der virtuellen Welt ...
Ob Viren, Trojaner, Online-Betrug oder Spam: 1.926 Straftaten im Zusammenhang mit dem Internet wurden laut Bundeskriminalamt in den ersten drei Monaten dieses Jahres in Österreich angezeigt.
Betrügerische Shops im Visier
Viele Straftaten betreffen dabei direkt oder indirekt, aktiv oder passiv die Bevölkerung Salzburgs. Die Strafverfolgung steckt jedoch in fast ganz Österreich noch immer in den Kinderschuhen. Seit Anfang 2011 beträgt der Anstieg solcher Straftaten fast 80 Prozent.
Die Salzburger Spezialisten leisten deshalb Pionierarbeit und nehmen gezielt betrügerische Internet-Shops ins Visier, die bereits bezahlte Waren nicht liefern, gar nicht real im Angebot haben und potenzielle Kunden berufsmäßig abzocken.
Kriminelle Aktionen im Internet sind genauso vielfältig wie die in der realen Welt. Der größte finanzielle Schaden entstehe im Netz durch Betrug, sagt Michael Manger, einer der vier neuen Internet-Polizisten in Salzburg. Die einzelnen Schadensfälle liegen meist bei weniger als 3.000 Euro.
Digitale Spurensicherung oft schwierig
Und die Verfolgung der Täter sei außerdem sehr mühsam und schwierig, sagt Manger: „Wir haben das Riesenproblem, dass im Internet die Daten flüchtig sind. Sie verschwinden unheimlich schnell. Wir erfahren oft sehr spät von Betrügereien und tun uns dann bei der digitalen Spurensicherung schwer.“
Internationales Interesse an Pionierarbeit
Große Fahndungserfolge sind daher selten, aber vor allem in Zusammenarbeit mit internationalen Polizeibehörden möglich. Das Fachwissen der Salzburger Internet-Polizisten wird bereits von Europol und dem Wiener Bundeskriminalamt in Anspruch genommen.
Links:
Internet-Cops schulen Jugendliche (kaernten.ORF.at; 08.04.2012)
Kriminalität im Internet steigt stark an (vorarlberg.ORF.at; 13.05.2012)
Internetkriminalität nimmt zu (noe.ORF.at; 27.10.2011)
Publiziert am 29.06.2012

