Jugend verwahrlost immer mehr

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Mittlerweile benötigen doppelt so viele Kinder und Jugendliche die Hilfe von Psychologen und Sozialarbeitern wie vor 15 Jahren. Soziallandesrätin Cornelia Schmidjell (SPÖ) will, dass mit der Jugendarbeit künftig verstärkt schon bei Kleinkindern begonnen werden soll.
Hilfe schon für Kleinkinder nötig
Und drei Mal so viele Eltern brauchen heutzutage professionelle Hilfe bei der Erziehung ihrer Kinder wie vor 15 Jahren. Um ein Drittel mehr Kinder und Jugendliche mussten in Heimen und Wohngemeinschaften untergebracht werden. Besonders stark war die Steigerung im Vorjahr mit 17 Prozent.
Das sind die markantesten Details zur Jugendwohlfahrt im druckfrischen Sozialbericht des Landes. Landesrätin Schmidjell vermutet, dass es im Leben vieler Menschen - ob Familien oder Alleinerzieher - eine allgemeine Beschleunigung gibt, die manche nicht mehr verkraften: „Das geht hin bis zu familiären Strukturen, die nicht mehr so haltbar sind.“
Keine Vorbilder in den Lebenswelten
Problemkinder von früher werden selbst zu Problemeltern, beschreibt Herbert Prucher, Leiter der Sozialabteilung des Landes, den Teufelskreis: „Kinder aus betroffenen Familien bekommen oft kein Leben vorgelebt, in dem sie sich zurechtfinden könnten.“
Prucher verweist auf immer mehr Menschen, die außerhalb der Arbeitswelt leben - oder auch leben müssen: „Es gibt Familien, die ein Leben, in dem man in der Früh zur Arbeit geht, nicht kennen. Und die haben auch Kinder.“
Kinderärzte, Allgemeinmediziner und Schulen sollen nun ins Boot geholt werden, um Problemkinder möglichst früh zu erkennen und ihnen zu helfen.
Publiziert am 29.06.2012

