Moderner Touch für uraltes Rathaus

Am Samstag bekommen die Stadtbewohner Salzburgs symbolisch ihr Rathaus zurück. 15 Monate lang wurden die alten Gemäuer renoviert. Auffällig ist, dass die teils sehr alte Architektur mit modernen Elementen wie einem Lichtschacht gut kombiniert wurde.

3,6 Millionen Euro hat sich die Stadt das renovierte Rathaus kosten lassen. Und die zuständige Bau-Stadträtin Claudia Schmidt (ÖVP) freut sich, dass dieser hohe Betrag in den kommenden 15 Jahren wieder hereingespielt werden dürfte. Im Erdgeschoss an der Getreidegasse gibt es nämlich neue Geschäfte und auf der Salzachseite wurde die Rathaus-Wachstube der Polizei ebenfalls erweitert und erneuert. Das bringt alles Geld aus Mieten.

Rathaus

Stadt Salzburg

Die Architektur stammt von Erich Wagner und Max Rieder

Mittelalterliche Stadtmauer freigelegt

Stadträtin Schmidt freut sich über die gelungene Kombination von Alt und Neu. Denn auch ein Teil der mittelalterlichen Stadtmauer im Hausbereich konnte freigelegt und erhalten werden. Dort befindet sich nun ein Büro der Polizei. Es ist ein Rest der mittelalterlichen Stadtmauer, die einst der Renaissance-Fürst und Erzbischof Wolf Dietrich für damals neue Bauten zerstören ließ - wie die meisten Teile der mittelalterlichen Architektur Salzburgs.

Rathaus

Stadt Salzburg

Der markante Glockenturm des Salzburger Rathauses zwischen Getreidegasse und Salzachkai (links) ist weithin sichtbar und stammt aus dem 12. Jahrhundert - der älteste Teil des Gebäudes, das eigentlich aus drei sehr alten Häusern „zusammengewachsen“ ist.

Innenministerium mit Polizei eingemietet

Die Miete für die große Wachstube für 40 Polizisten auf der Salzachseite bezahlt das Innenministerium - zu einem Freundschaftspreis, wie Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) sagt. Es sind ca. 78.000 Euro pro Jahr für nunmehr 600 m² für die Polizei. Mit den beiden Geschäftsmieten (der Ketten Hugo Boss und Alfons Schuhbeck) ergibt das jährlich fast 270.000 Euro, die in die Stadtkasse gespült werden.

Rathaus neu

Stadt Salzburg

Durchgang von Getreidegasse zum Salzachkai

Der älteste Teil des Rathauses reicht bis ins Mittelalter zurück. Wesentliche Zu- und Umbauten gab es im 14. und 17. Jahrhundert. Neu ist nun, dass Passanten auch einen Durchgang von der Getreidegasse zum Salzachkai haben. Und vor dem Bau des neuen Lichtschachtes im Stiegenhaus war die Atmosphäre im alten Rathaus für manche Besucher eher sogar bedrohlich.

Nun ist alles anders, sagt Bürgermeister Heinz Schaden: „Das bietet auch ein Bild für die Bevölkerung, das nicht mehr so duster und abgewohnt ist. Es ist einfach ein bisschen freundlicher, zeitgemäßer, luftiger.“

Schaden bedankte sich Donnerstag ausdrücklich bei seiner politischen Gegnerin Schmidt, bei zuständigen Leuten der städtischen Bauabteilung, den Architekten und den beteiligten Baufirmen für die seiner Ansicht nach sehr gelungene Arbeit.

Der Tag der offenen Türen im neuen alten Salzburger Rathaus geht kommenden Samstag über die Bühne. Besucher dürfen dabei auch den legendären Glockenturm besteigen und besichtigen, der normalerweise für Gäste gesperrt ist. Von dort gibt es einen besonders schönen Panoramablick über die Altstadt.

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