Keine „Masern-Renaissance“ in Salzburg

Entgegen dem österreichweiten Trend gibt es in Salzburg keine Zunahme an Masernerkrankungen. Ein Grund dafür könnte die gestiegene Impfbereitschaft der Salzburger seit der Masern-Epidemie im Jahr 2008 sein.

Damals hatte sich das Masern-Virus von der Rudolf Steiner Schule in Salzburg-Mayrwies aus rasant verbreitet und zu mehr als 200 Erkrankungen geführt. Seitdem ist die Zahl der Erkrankungen konstant niedrig. In Salzburg wurde 2012 noch kein einziger Masernfall gemeldet. Als Gründe dafür nennt Robert Sollak von der Landessanitätsdirektion: „Dass durch die Masern-Epidemie 2008 das Bewusstsein über die Erkrankung wieder geschärft wurde, die Impfmoral wieder etwas gestiegen ist“.

Österreichweit doppelt so viele Masernfälle

Entsprechend der hohen Masernvirusaktivität in Europa hat sich 2011 auch in Österreich die Fallzahl mit 122 gemeldeten Fällen im Vergleich zu den beiden Vorjahren (52 bzw. 50 Fälle) mehr als verdoppelt. Virologen sprechen daher von einer „Reanissance der Masern“. Europaweites Ziel der WHO (World Health Organisation) ist bis 2015 die Ausrottung der Masern, doch der Trend geht genau in die andere Richtung.

Bei einem Teil der Masernerkrankungen handelte es sich um nachweislich eingeschleppte, sporadische Infektionen, vor allem aus Frankreich und aus unseren Nachbarländern. Allerdings kam es auch zu einigen Infektionsketten innerhalb von Familien sowie in einer steirischen Kaserne (acht Fälle).

Viele Ungeimpfte im Alter zwischen 15 und 29

2011 infizierten sich auch wieder Ungeimpfte im Bereich des medizinischen Personals, wodurch Risikopatienten vermeidbaren Infektionsquellen ausgesetzt waren. Der Großteil der Masernfälle trat in Wien (etwa 55), gefolgt von der Steiermark und Tirol mit je unter 20. Die meisten Infektionen traten bei Ungeimpften in der Altersgruppe der 15 bis 29 Jährigen auf (48 Prozent), aber auch in Österreich war die Gruppe der Säuglinge und Kleinkinder (bis vier Jahre) mit einem Anteil von 24 Prozent stark betroffen.

In Salzburg ist die Durchimpfungsrate im Österreichvergleich aber gut, sagt der Halleiner Kinderfacharzt Ernst Wenger vom Arbeitskreis für Vorsorgemedizin: „Wir in Salzburg erreichen fast die von der WHO empfohlene Zahl, um die Ausbreitung von Masern zu verhindern“. Das Argument von Impfgegner, dass ein Verzicht auf Impfung vor Allergien schütze, stimme nicht, so der Kinderfacharzt weiter.