Kindesraub aufgedeckt: Autorin bedroht
Deutlich gezeichnet von den Strapazen der vergangenen Wochen kommt Consuelo Garcá del Cid zum Radio-Interview: Die Wahl-Salzburgerin wurde über eine Schaltung im ORF Salzburg vom größten spanischen Radiosender interviewt.
Ihre Enthüllungen über geschätzte 300.000 geraubte Kinder während der Franco-Diktatur in Spanien haben viel Staub aufgewirbelt. Seither kommt die 53-jährige Journalistin nicht mehr zu Ruhe. Das System funktionierte bis in die späten 1970er Jahre: ledige, meist minderjährige Mütter wurden in ein Heim gesteckt. Nach der Geburt sagte man ihnen, ihre Babys seien tot. Stattdessen wurden die Kinder an Adoptiveltern verkauft.

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„Das Echo ist gewaltig“ - positiv wie negativ
„Evas entwurzelte Töchter“ heißt das Buch von Consuelo García del Cid. Nach wenigen Wochen ist kein einziges Exemplar mehr zu haben: „Das Echo ist gewaltig. Viele Leute wenden sich an mich, um ihre Kinder zu finden“, schildert García del Cid, „Aber ich kann das natürlich nicht. Dann melden sich noch Kinder, die ihre leiblichen Eltern suchen.“
Aber damit nicht genug. Die Aufarbeitung dieses schwarzen Kapitels der spanischen Geschichte scheint nicht allen zu gefallen. Denn viele der Täter von damals leben noch heute: „Ich erhalte mittlerweile Drohanrufe und am Flughafen Berlin haben mich zwei zwielichtige Männer mit Namen angesprochen. Ich weiß auch nicht, was ich davon halten soll.“
„Ich bereue nichts“
Doch Consuelo García del Cid lässt sich davon nicht unterkriegen: „Nein, ich bereue überhaupt nichts. Ich würde es auf alle Fälle noch einmal machen.“
In ihrer Wahlheimat Salzburg fühlt sich die Spanierin sicher. Sie ist entschlossen, ihren Kampf für späte Gerechtigkeiten nicht aufzugeben.
Link:
- 300.000 geraubten Babys auf der Spur (salzburg.ORF.at, 28.4.2012)
Publiziert am 28.06.2012

