Elternprotest gegen Kinderporno-Lehrer
Vor sechs Jahren wurde der Pongauer Hauptschullehrer am Salzburger Landesgericht zu drei Monaten bedingter Haft verurteilt, weil er 200 Kinderpornos heruntergeladen und gespeichert hat. Das Dienstverhältnis in Salzburg wurde gelöst.
Nach der Kündigung in Salzburg bewarb sich der Lehrer bei einer Hauptschule gleich hinter der Landesgrenze in Oberösterreich. Dort wusste niemand von der Verurteilung. Denn da das Urteil damals noch nicht rechtskräftig war, schien es noch nicht in seinem polizeilichen Führungszeugnis auf. Zudem existierte vor sechs Jahren noch keine Sexualstraftäterdatei, die darüber hätte Auskunft geben können.
Elternvertreter: „Es ist unzumutbar“
Für den Salzburger Elternvertreter Michael Höckner ein untragbarer Zustand für die Eltern: „Es ist unzumutbar, dass rechtskräftig verurteilte Täter Kinder unterrichten dürfen, da es ja nicht absehbar ist, ob nicht weitere Übergriffe stattfinden werden.“
OÖ: Landesschulrat versäumte Kündigung
Der oberösterreichische Landesschulrat erfuhr erst 2011 von der Vergangenheit des Hauptschullehrers. Der Lehrer sollte gekündigt werden, aber da der Landesschulrat die Kündigungsfrist versäumte, war die Auflösung des Dienstverhältnisses nicht möglich.
Unterrichten darf der Hauptschullehrer derzeit nicht, sein Gehalt muss dem rund 50-Jährigen aber weiter bezahlt werden. Aber: „Ich habe keine Möglichkeit, ihn vom Unterrichten abzuhalten“, sagte der oö. Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer - mehr dazu Kinderpornos: Aufregung um Lehrer (ooe.ORF.at, 19.6.2012).
Beim nächsten Treffen der österreichischen Landesschulratspräsidenten soll nun ein Plan erarbeitet werden, wie sich die Behörden in Zukunft besser über solch heikle Fälle gegenseitig informieren können.
Link:
- Religionslehrer suspendiert: Kinderpornos? (salzburg.ORF.at, 16.6.2012)
Publiziert am 21.06.2012

