Absolventen im ersten Sexualmedizin-Lehrgang
Sexualität ist Teil eines gesunden Lebens. Die Durchblutung wird gefördert, das Immunsystem angeregt und Glückhormone ausgeschüttet. Geht hier nichts mehr, sind die Hemmungen groß, den Arzt aufzusuchen. Dabei können Potenzschwierigkeiten oder der Verlust der weiblichen Lust Anzeichen für andere Krankheiten oder Nebenwirkungen anderer Therapien sein.
„Gehören zu häufigsten Erkrankungen“
Ärzte werden deshalb in Salzburg im österreichweit ersten Lehrgang für Sexualmedizin dazu ausgebildet, Sexualität in die Diagnose mit einbeziehen: „Dieser sexualmedizinische Lehrgang war dringend überfällig“, sagt dessen Leiterin Marianne Greil-Soyka, „Denn sexuelle Funktionsstörungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Sexuelle Funktionsstörungen verursachen einen großen Leidensdruck und große zwischenmenschliche Schwierigkeiten. Sie haben damit nicht nur eine Auswirkung auf den Patienten selbst, sondern auch auf den Partner und atmosphärisch auf die Familie.“
Insgesamt elf Fachärzte haben den Lehrgang an der Akademie für Sexualmedizin jetzt erfolgreich abgeschlossen. In den Sparten Psychologie, Gynäkologie, Krebstherapie und der Allgemeinmedizin kommt ihr Wissen künftig zum Einsatz: „Wir Menschen sind eine bio-psycho-soziale Einheit“, sagt der Krebs- und Sexualmediziner Manfred Webersberger, „Und natürlich gehört auch geistiges Wohlbefinden und die Befriedigung der Grundbedürfnisse auch dazu. Das kann man nicht trennen.“
Sexuelle Funktionsstörungen sind behandelbar
„Offenheit fördert sicher Gesundheit. Und der Mensch ist sicher ein Wesen, das auch im Hinblick auf sexuelles Wohlbefinden zu unterstützen ist. Das fördert die Gesundheit“, ist sich Gesundheitslandesrätin Cornelia Schmidjell (SPÖ) sicher.
Sexuelle Funktionsstörungen sind überaus häufig - und kein Schicksal, sondern behandelbar. Ob die Ursache psychisch oder körperlich bedingt ist, weiß der Experte. Wichtig für die Betroffenen ist, die erste Hürde nehmen - und das offene Gespräch zu suchen.
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Publiziert am 11.06.2012

