Minister will mehr Sponsoren für Unis

Private Sponsoren sollen öfter bei der Finanzierung von Universitäten einspringen. Das ist das Ziel von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP). Bei der privaten Uni-Finanzierung sei in Österreich in Europa unter den Schlusslichtern.

Den Universitäten geht nicht nur in Österreich das Geld aus. Wie die Hochschulen breiter - auch privat - finanziert werden könnten, darüber diskutieren dieser Tage Uni-Chefs aus 20 EU-Ländern in Salzburg.

Dabei bekommen die österreichischen Universitäten im Europa-Vergleich relativ viel Geld vom Staat. Bei der privaten Finanzierung seien sie aber Schlusslichter, sagte Wissenschaftsminister Töchterle (ÖVP) am Montag: „Aus privater Hand ist das etwa die Hälfte dessen, was in der EU privat auf dem tertiären Sektor ausgegeben wird, und nur ein Fünftel dessen, was in der OECD für den tertiären Sektor ausgegeben wird. Wir müssen als verstärkt auf den privaten Sektor setzen.“

Mäzen wie Mateschitz die Ausnahme

In Österreich gebe es noch keine Kultur des Universitäs-Sponsorings, bedauert Töchterle - auch wenn er in Salzburg ein positives Gegenbeispiel sieht. Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz sei ein „glänzendes Beispiel“, der für die Paracelsus Medizinische Privatuniversität „sehr viel Geld in die Hand nimmt.“

Gerade einmal drei Prozent - nur vier Millionen Euro - des 136-Millionen-Euro-Jahresbudgets der Universität Salzburg kommen aus privaten Quellen, sagt Rektor Heinrich Schmidinger: „Natürlich lukrieren medizinische und technische Universitäten wesentlich mehr als wir. Wir sind in diesem Zusammenhang sicherlich hinten.“

Im EU-Schnitt neun Prozent aus der Wirtschaft

Der Europäische Hochschulverband EUA in Brüssel verglich die Finanzierung von über 200 Universitäten in 27 europäischen Ländern genau: „Der Durchschnitt ist 73 Prozent öffentlicher Finanzierungsanteil“, sagt EUA-Obmann Thomas Estermann „15 Prozent kommen im Durchschnitt aus Studiengebühren, aus Kollaborationen mit Industrie und Wirtschaft neun Prozent.“

Zum Beispiel mit Steuerbegünstigungen könnte das private Uni-Sponsoring in Österreich attraktiver gemacht werden, schlägt Minister Töchterle vor.

Link: