Ausbau von AKW Temelin umstritten

Bis Ende 2022 sollen in Deutschland alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Doch in Temelin im benachbarten Tschechien wurden kürzlich zwei zuästzliche Kraftwerksblöcke genehmigt - knapp 180 Kilometer von Salzburg entfernt.

Während die Kernkraftwerke in Deutschland bis 2022 abgeschaltet werden sollen, sind in Temelin in Tschechien zwei zusätzliche Kraftwerksblöcke in Genehmigung. Temelin ist rund 180 Kilometer von Salzburg und knapp 50 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Temelins Reaktorblock zwei bekam kürzlich eine neue Laufzeitgenehmigung für weitere zehn Jahre und das, obwohl der Reaktorblock nachweislich störanfällig ist.

Sujet Ausstieg aus der Atomkraft

fotolia.de/N Media Images

Symbolbild Atomkraft-Gegner

„Wir werden Atomstrom ächten“

Salzburger Atomkraftgegner wehren sich jetzt gegen den Ausbau des Kraftwerks. Sie wollen verhindern, dass mit Atomstrom Geld verdient werden kann. Maria Fellner von der „Plattform gegen Atomgefahren“ schildert: „Wir werden den Atomstrom massiv ächten. Wir werden schauen, dass Österreich keinen Atomstrom importiert. Wir müssen Druck auf unsere Politiker machen und uns mit den atomfreien Staaten liieren.“

Gibt es in Österreich überhaupt Atomstrom?

Doch gibt es in Österreich überhaupt Atomstrom? Maria Fellner von der „Plattform gegen Atomgefahren“ sagt ganz klar ja: „Wenn man sich die Strompreise ansieht, ist das gar nicht anders möglich. Außerdem laufen die Transitverträge so langwierig, das geht noch die nächsten 15 Jahre weiter.“

Ganz anders sieht das Walter Schaffer von der Salzburg AG: „Hier in Salzburg produzieren wir etwa 50 Prozent der Netzabgabemenge selbst und die verbleibende Menge kaufen wir am Markt ein. Für den zugekauften Strom bekommen wir für jede Kilowattstunde ein Herstellerzertifikat. Das wird auch von unabhängigen Umweltorganisationen bestätigt. Es gibt in Salzburg also keinen Atomstrom.“

Kernkraftwerk Temelin

APA/Hans Klaus Techt

Das Kernkraftwerk Temelin in Tschechien

Atomstrom für Pumpspeicherkraftwerke?

Für sogenannte Pumpspeicherkraftwerke wird auch immer wieder Strom aus dem Ausland zugekauft. Bei Pumpspeicherwerken wird billiger Strom aus dem Ausland in der Nacht gekauft, um tagsüber damit Strom aus Wasserkraft zu produzieren. Laut Walter Schaffer gilt auch hier das Herstellerzertifikat: „Das, was bei uns zum Einsatz kommt, kommt ebenfalls von entsprechend nachgewiesenen Quellen.“

Die Bundesregierung und Umweltorganisationen wie Global 2000 haben sich geeinigt, dass es ab dem Jahr 2015 keinen Atomstrom mehr geben darf. Durch eine entsprechenden Erhöhung der Eigenerzeugung und einer extremen Förderung der Energieeffizient sei das durchaus möglich, glaubt Walter Schaffer von der Salzburg AG.

Links: