Erstmals Videoüberwachung für Bahnübergang

19 Menschen starben im Vorjahr österreichweit bei Unfällen an Bahnübergängen - obwohl sie drei Vierteln der Fälle mit Schranken oder Rotlicht ausgestattet waren. Deshalb wird jetzt erstmals in Salzburg eine Videokamera einsetzen - in Pfarrwerfen (Pongau).

Rund 5.000 Autos und 120 Züge passieren täglich den Bahnübergang Pfarrwerfen. Dort kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen, bestätigt Kurt Wlcek von den ÖBB: „Wir stellen leider Gottes immer wieder fest, dass die bestehende Sicherungseinrichtung - die Rotlichtphase, die Gelblichtphase - vom Straßenverkehrsteilnehmer manchmal nicht entsprechend beachtet wird. Wir haben bei Schrankenanlagen durchschnittlich einmal im Monat eine Beschädigung in unserem Bereich.“

Auch beim ORF-„Salzburg heute“-Lokalaugenschein gab es innerhalb einer Stunde mehrere, die bei Gelb- oder Rotlicht die Eisenbahnkreuzung passieren wollten.

Der Bahnübergang in Pfarrwerfen (Pongau)

ORF

Kamera schaltet sich bei Rotlicht ein

Deshalb soll jetzt eine Videokamera kommen, kündigt Wlcek an: „Der Gesetzgeber bietet uns nun die Möglichkeit, eine Rotlicht-Überwachungsanlage zu installieren. Wir werden in Salzburg hier in Pfarrwerfen das erstmalig einbauen.“

In Allentsteig (NÖ) und Eisenstadt (Burgenland) überwachen die ÖBB bereits zwei Bahnübergange. Die Kamera schaltet sich dort bei einer Rotphase ein. Gesetzes-Übertreter werden bei der Bezirksbehörde angezeigt.

Vor allem Einheimische ignorieren Regelung

Der ganze technische Aufwand wäre nicht erforderlich, wenn Autofahrer disziplinierter wären. Doch nach wie vor unterschätzen etliche die Gefahr, weiß Rainer Kolator vom Kuratorium für Verkehrssicherheit: „Zumeist müssen wir leider feststellen, dass es sehr häufig die Einheimischen sind, die diese Kreuzung regelmäßig frequentieren. Die glauben dann teilweise schon zu wissen, wann der Zug kommt, wann keiner kommt. Da schleicht sich eine Routine ein, die sehr häufig dann in Unfälle mit Zügen, die außerfahrplanmäßig kommen, endet.“

Allein im vergangenen Jahr kam es im Schienennetz der ÖBB zu 96 Unfällen auf Eisenbahnkreuzungen - dabei wurden 45 Personen verletzt und 19 getötet.