Streit um Bus und Bahn im Pongau
Doch die Pongauer hätten die Rechnung ohne den Wirt gemacht, sagt der Verkehrsverbund. Denn die Kosten für ihre Wünsche seien doppelt so hoch wie im Landesplan vorgesehen. Ein deutlich besseres Linienangebot soll mehr Pongauer zum Umsteigen auf Bus und Bahn bewegen.
Das ist das Ziel der 25 Gemeinden, die im Regionalverband zusammengeschlossen sind. Eine Bedarfserhebung hat es bereits gegeben. Die Gemeinden haben auch schon klare Vorstellungen, sagt Regionalverbands-Geschäftsführer Stephan Maurer: „Grundsätzlich geht man im Pongau davon aus, dass alles, was länger als im Einstundentakt fährt, keine Qualität mehr im öffentlichen Verkehr hat.“
Finanzierbarkeit nicht geklärt
Das Konzept der Pongauer sei durchdacht und gut, sagt auch Richard Kobler, Geschäftsführer des Salzburger Verkehrsverbundes. Doch nach seinen Schätzungen wird es 8,5 Millionen Euro pro Jahr kosten. Woher das Geld dafür kommen soll, hätten die Gemeinden nicht geklärt.
„Vom Verkehrsangebot kann man über eine Verdoppelung reden und von den Kosten her muss man sich das ansehen, ob es auch das Doppelte wäre, aber vereinfacht gesagt: ja. Es erfordert natürlich einen Beitrag aus der Region, der dann um eventuelle weitere Mittel ergänzt wird. Wir haben im Pongau schon sehr früh darauf hingewiesen, dass wir nicht sehr optimistisch sind, was die Bundesmittel betrifft, hier neue Quellen anzapfen zu können“, so Kobler.
„Nein“ bereits im Voraus nicht akzeptabel
Dass nicht alles auf einmal umsetzbar ist, sei auch dem Pongauer Regionalverbands-Manager Maurer klar. Doch ihn ärgert, dass schon im Vorfeld „Nein“ gesagt wird - ohne erst einmal genauer zu planen: „Wir sind der Meinung, man muss erst einmal Entscheidungsgrundlagen schaffen und dann kann man drüber reden. Aber h nicht von vorne herein sagen: das ist alles nicht finanzierbar.“
Doch wenn die Pongauer Gemeinden und Tourismusverbände bessere Bus- und Bahnverbindungen wollen, müssten sie auch bereit sein, mehr dazuzuzahlen. Das sei seit Jahren die Linie der Landespolitik, betont der Verkehrsverbund.
Publiziert am 03.06.2012

