Hohe Lohnverluste durch falsche Einstufungen

Viele Unternehmen würden noch immer versuchen, viel Geld auf Kosten ihrer Mitarbeiter einzusparen. Das geschehe oft über falsche Einstufungen bei den Gehältern, kritisiert die Gewerkschaft der Privatangestellten.

Lohnzettel mit Taschenrechner und Geld

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Lohnzettel

Mitarbeiterinnen großer Unternehmen haben bessere Möglichkeiten, sich gegen Ungerechtigkeiten am Arbeitsplatz durchzusetzen. Bei falschen Einstufungen in Jobs zeigt sich das ebenfalls. Große Unternehmen wie Möbelhausketten haben mittlerweile die berufsrechtlichen Einstufungen aller Mitarbeiterinnen korrigiert. Leute in kleineren Betrieben haben es da schwerer.

Oft Frauen betroffen

Eine falsche Einstufung kostet Geld - viel Geld sogar. Walter Steidl von der Gewerkschaft der Privatangestellten rechnet vor: „Ein Urteil des Obersten Gerichtshofes hat gezeigt, dass es bei Supermarkt-Kassierinnen Gehaltsdifferenzen gegeben hat von bis zu 270 Euro pro Monat. Bei einer Dienstzeit über 20 Jahre macht das 75.000 Euro aus.“

Benachteiligt sind oft Frauen. Und diese Benachteiligung beginne bereits bei Anstellungsgesprächen und Verhandlungen über das Gehalt, so Steidl: „Arbeitgeber akzeptieren das Feilschen bei Männern offenbar, aber bei Frauen nicht.“

Ein Drittel der Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen enstehen bereits beim Anstellungsgespräch. Und eine Korrektur ist schwierig.

Große Unternehmen und Konzerne korrekter

Am ehesten gelingt das bei großen Unternehmen, so Steidl: „Wir haben zwei Qualitäten festgestellt. Dort, wo es Betriebsträte gibt, ist der Gehaltsunterschied geringer. Ohne Betriebsräte sind die Gehaltsunterschiede größer.“

Steidls Tipp an Mitarbeiterinnen kleiner Betriebe: Sie sollten sich dennoch an die Gewerkschaft wenden, wenn zum Beispiel die Einstufung nicht passt.

Gerade vor kurzem habe man einer Angestellten eines kleinen Betriebes in der Salzburger Linzergasse helfen können, sagt der Gewerkschafter: „Wir haben das Gespräch mit dem Dienstgeber gesucht, und die Umstufung wurde anstandslos durchgeführt.“

Es geht um richtig viel Geld

Die Gewerkschaft will den Frauen Mut machen, sich für ihre Rechte einzusetzen. Denn wie das OGH-Urteil über die falsch eingestuften Kassierinnen zeigt: Hier geht es um richtig viel Geld!

Radio-Tipp:

In der Sendung Thema von ORF Radio Salzburg am Mittwoch ab 13.00 Uhr befassen wir uns mit Ungerechtigkeiten bei der Gehaltseinstufung. Zu Gast im Studio bei Elfi Geiblinger ist Monika Voithofer, Juristin der Gewerkschaft der Privatangestellten.

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