Steigende Arbeitslosigkeit am Bau erwartet

Die Baugewerkschaft erwartet für heuer wieder eine Arbeitslosigkeit wie im Krisenjahr 2009. 1.900 Salzburger Bauarbeiter werden heuer stempeln gehen müssen - 300 mehr als im Vorjahr.

„2009 war die Finanzkrise - da haben’s wir natürlich stärker gespürt. 2010 und teilweise 2011 hat die öffentliche Hand zum Teil sehr gut entgegengesteuert - am besten in Europa“, sagt der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz, Josef Muchitsch: „Jetzt zieht sich die öffentliche Hand wieder zurück, auch klar. Die muss sich konsolidieren. Damit ist zu befürchten, dass 2012 ein Jahr mit einer Konjunkturdelle in der Bauwirtschaft wird.“

Keine Jobs mehr nach Winter-Urlaub

Bereits im Vorjahr hatte die Baugewerkschaft über steigende Arbeitslosenzahlen geklagt, gesteht Muchitsch ein: „Diese Jammerei war im ersten Halbjahr - da war sie auch berechtigt. Dabei war das letzte Quartal für die Bauwirtschaft sensationell - einerseits, weil noch sehr viele Aufträge gekommen sind und wir witterungsbedingt wirklich bis zum Jahresende arbeiten konnten.“

Dadurch gehen die Bauarbeiter „erst jetzt in Zeitausgleich - auf Grund von Jahres-Arbeitszeitmodellen - und verbrauchen erst jetzt im Jänner ihren Urlaub“, ergänzt Muchitsch, „Die Arbeitslosigkeit wird etwas später einsetzen - wir rechnen mit Februar. Die Gefahr ist, dass sie dann aber länger dauern wird, weil es vor allem im Tiefbau keine Folgeaufträge gibt und die Auftragsbücher ziemlich leer sind.“ Im Tiefbau, das ist Straßen- und Leitungsbau, wird heuer ein Auftragsminus von zehn Prozent erwartet.